Grosslibellen

© Clemens M. Brandstetter

Anisoptera – Grosslibellen: nach dem Schlupf und der Aushärtung der Flügel können sie diese nicht mehr zusammenklappen; die Hinterflügel sind in Körpernähe breiter als die Vorderflügel; die beiden Augen berühren sich zumindest an einer Stelle (Ausnahme: Flussjungfern). Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ersetzt eine Internetseite keine Bücher und schon gar nicht die Erfahrung eines Libellenforschers. Oft sind die Unterschiede nur marginal (Venatur der Flügel), an Fotos kaum kenntlich und nur Erfahrene können dann Arten präzise bestimmen; und in manchen Fällen geht ohne gute Lupe oder Binokular, um die Genitalstrukturen zu erkunden, ebenfalls nichts. – Freuen Sie sich einfach an der Vielfalt der verschiedenen Arten, den wunderbaren Fotos in freier Wildbahn und an den Biotopen in denen sie leben. 

                               Aeshnidae – Edellibellen

                               Gomphidae – Flussjungfern

                               Cordulegastridae – Quelljungfern

                               Corduliidae – Falkenlibellen

                               Libellulidae – Segellibellen

 


 

 

 

Aeshnidae – Edellibellen

Zu den Edellibellen zählen  Mosaikjungfern (Aeshna), Königslibellen (Anax), Schilfjäger (Brachytron), Schattenlibellen (Caliaeschna) und die Geisterlibelle (Boyeria). Ihnen gemeinsam ist die enorme Grösse, die schillernd blaue, grüne oder/und gelbe Färbung des Körpers; von oben betrachtet berühren sich die Augen. 

Die Vertreter der Gattung Aeshna (Fabricius 1775) sind gross: 8 – 11 cm Spannweite; robuste Tiere, schnelle Flieger, Körper schwarz oder braun mit gelben, blauen oder grünen Makeln.

Torf-Mosaikjungfer, Aeshna juncea Linnaeus 1758

Hochmoor-Mosaikjungfer,  Aeshna subarctica elisabethae Djakonov 1922

Mosaikjungfer, Aeshna cyanea (Müller 1764)

Südliche Mosaikjungfer, Aeshna affinis Vander Linden 1820

Keilfleck-Mosaikjungfer, Aeshna isoceles Müller 1767

Braune Mosaikjungfer, Aeshna grandis (Linnaeus 1758)

Herbst-Mosaikjungfer, Aeshna mixta Latreille 1805

Alpen-Mosaikjungfer, Aeshna caerulea (Ström 1783)


Tiere der Gattung Anax (Leach 1815) sind mit Spannweiten von 9,5 – 11 cm die grössten und kräftigsten Libellen der Ordnung Odonata. Sie sind ebenfalls gute Flieger; Grundfarbe des Körpers blau mit schwarzer Zeichnung oder braun mit blauer.     

Grosse Königslibelle, Anax imperator Leach 1815

Indische Königslibelle, Anax immaculifrons Rambur 1842

Schabracken-Königslibelle, Anax ephippiger (Burmeister 1839)

Kleine Königslibelle, Anax parthenope Selys 1839


Tiere der Gattung Brachytron (Evans 1845) sind am Thorax behaart, man kann sie bereits ab März/April beobachten. 

Früher Schilfjäger, Brachytron pratense (Müller 1764)


Die Männchen der Gattung Caliaeschna (Selys 1883) haben blaue Augen, mit Spannweiten von 5 – 6 cm gehören sie zu den kleinsten Edellibellen. 

Schattenlibelle, Caliaeschna microstigma (Schneider 1845)


Exemplare der Gattung Boyeria (McLachlan 1896) sind durch Tarnfarben gekennzeichnet.

Westliche Geisterlibelle, Boyeria irene (Fonscolombe 1838)



 

Gomphidae – Flussjungfern

Zu ihnen gehören die Keiljungfern (Gomphus), Flussjungfern (Ophiogomphus, Paragomphus, Lindenia) und die Zangenlibellen (Onychogomphus). Sie besitzen im Gegensatz zu allen anderen Familien deutlich getrennte Augen; die Tiere entwickeln sich an fliessenden Gewässern oder Seen, ihre Färbung ist durchwegs schwarz/grün oder schwarz/gelb.

Die Gattung Gomphus (Leach 1815) unterscheidet sich von Exemplaren der anderen Gattungen, etwa Lindenia, die grösser sind, oder Paragomphus, die kleiner sind. Ohne Fachbuch ist es schon schwierig die Gattungen zu unterscheiden.  

Asiatische Keiljungfer, Gomphus flavipes (Charpentier 1825)

Gelbe Keiljungfer, Gomphus simillimus Selys 1840

Westliche Keiljungfer, Gomphus pulchellus Selys 1840

Gemeine Keiljunger, Gomphus vulgatissimus Linnaeus 1758

Französische Keiljungfer, Gomphus graslinii Rambur 1842


Tiere der Gattung Ophiogomphus (Selys 1854) haben einen apfelgrünen Thorax und ein schwarz/gelbes Abdomen.

Grüne Flussjungfer, Ophiogomphus cecilia (Fourcroy 1785)

Orientalische Flussjungfer, Ophiogomphus reductus Calvert 1898


Männchen der Gattung Paragomphus (Cowley 1934) haben ein deutlich verdicktes Abdominalsegment. Sie sind deutlich kleiner als Tiere aus anderen Gattungen.

Zwerg-Flussjungfer, Paragomphus genei (Selys-Longchamps 1841)

Asiatische Flussjungfer, Paragomphus lineatus (Selys 1850)

Sinai-Flussjungfer, Paragomphus sinaiticus (Morton 1929)


Die Tiere der Gattung Onychogomphus (Selys 1854) sind an ihren überaus grossen Abdominalzangen kenntlich.

Kleine Zangenlibelle, Onychogomphus f. forcipatus (Linnaeus 1758)

Kleine Zangenlibelle, Onychogomphus f. unguiculatus (Vander Linden 1823)

Kleine Zangenlibelle, Onychogomphus f. albotibialis Schmidt 1954

Grosse Zangenlibelle, Onychogomphus uncatus (Charpentier 1840)

Levante Zangenlibelle, Onychogomphus macrodon Selys 1887


Lindenia (De Haan 1826) ist 7 – 8 cm lang; die Analanhänge sind überproportional gross.

Seedrache, Lindenia tetraphylla (Vander Linden 1825)



 

Cordulegastridae – Quelljungfern

Die Quelljungfern sind nur mit einer Gattung – Cordulegaster vertreten. Sie gehören zu den grössten Libellen in Mitteleuropa; sie erreichen eine Flügelspannweite von knapp über 10 cm. Sie sind schwarz/gelb gezeichnet und besitzen grüne Augen. Sie entwickeln sich ausschliesslich an sauberen und schnell fliessenden Bächen und Flüssen. Man unterscheidet – nun auch durch Genetik abgesichert – zwei Gruppen (Froufe & al. 2014).

 

Gestreifte Quelljungfer, Cordulegaster bidentata Selys 1843

Griechische Quelljungfer, Cordulegaster helladica (Lohmann 1993)

Kleinasiatische Quelljungfer, Cordulegaster insignis Schneider 1845

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Zweigestreifte Quelljungfer, Cordulegaster boltonii (Donavan 1807)

Italienische Quelljungfer, Cordulegaster trinacriae Waterston 1976

Riesen-Quelljungfer, Cordulegaster heros Theischinger 1979

Türkische Quelljungfer, Cordulegaster picta Selys 1854



 

Corduliidae – Falkenlibellen

Diese Familie verdankt ihren Namen dem schnellen und ausdauernden Flug ihrer Vertreter: Falkenlibellen (Cordulia), Smaragdlibellen (Somatochlora), Zweiflecke (Epithecia) und Flussfalken (Oxygastra). Sie besitzen metallisch-grün gefärbte Körper, ihre Augen sind intensiv leuchtend grün.

Cordulia (Leach 1815) besitzt einen schwarz glänzenden Körper mit leuchtend grünen Augen.   

Falkenlibelle, Cordulia aenea (Linnaeus 1758)


Tiere der Gattung Somatochlora (Selys 1871) besitzen einen dunklen glänzenden Körper, ihre Augen leuchten metallisch grün.

Gefleckte Mosaikjungfer, Somatochlora flavomaculata (Vander Linden 1825)

Glänzende Smaragdlibelle, Somatochlora metallica (Vander Linden 1825)

Balkan-Smaragdlibelle,  Somatochlora meridionalis  Nielsen 1935

Boris' Smaragdlibelle, Somatochlora borisi Marinov 2001

Alpen-Smaragdlibelle, Somatochlora alpestris (Selys 1840)

Arktische Smaragdlibelle, Somatochlora arctica (Zetterstedt 1840)


Tiere der Gattung Epitheca (Burmeister 1839) sind gross und gute Flieger, die sehr scheu sind. Ihnen fehlt der metallische Glanz des Körpers. 

Zweifleck, Epitheca bimaculata (Charpentier 1825)


Tiere der Gattung Epitheca (Selys 1870) sind dunkel und schlank und können an den leuchtend grünen Augen und den dunkelgelben Flecken auf der Abdominaloberseite von den anderen Gattungen unterschieden werden.

Gekielter Flussfalke, Oxygastra curtisii (Dale 1834)



 

Libellulidae – Segellibellen

Die Segellibellen sind gelb, rot, schwarz oder wachsartig blau gefärbt. Zu ihnen zählen die Gattungen Acisoma, Segellibellen (Libellula), Blaupfeile (NesciothemisOrthetrum), Wanderlibellen (Pantala), Heidelibellen (Sympetrum), Moosjungfern (Leucorrhinia) und die Feuerlibelle (Crocothemis). Hierher gehören die invasiven Gattungen der Sonnenzeiger (Trithemis) und Kurzpfeile (Brachythemis).

Der Gattung Acisoma (Rambur 1842) gehört im mediterranen Bereich Afrikas nur eine Art an. Die Tiere sind extrem klein, sie haben nur eine Flügelspannweite von 6 cm. 

Graue Nadel, Acisoma panarpoides ascalaphoides Rambur 1842


Der Gattung Libellula (Linnaeus 1758) gehören mittelgrosse Libellen an, die an der Hinterflügelbasis dunkle, dreieckige Flecken haben.  

Plattbauch, Libellula depressa Linnaeus 1758

Spitzenfleck – Libellula fulva Müller 1764

Vierfleck, Libellula quadrimaculata Linnaeus 1758


Die Tiere der Gattung Nesciothemis (Longfield 1955) sind er vorigen Gattung ähnlich, allerdings besitzen sie keinerlei Fleckenzeichnung auf den Flügeln. Es ist eine afrikanische Gattung! 

Mehl-Blaupfeil, Nesciothemis farinosa (Förster 1898)


Exemplare der Gattung Orthetrum (Newman 1833) sind grundsätzlich blau (Männchen) oder grau (Weibchen) gefärbt. Auf den Flügeln haben sie keine Flecken (ausgenommen die Flügelmale). 

Großer Blaupfeil, Orthetrum cancellatum (Linnaeus 1758)

Östlicher Blaupfeil, Orthetrum albistylum (Selys 1848)

Südlicher Blaupfeil, Orthetrum brunneum Fonscolombe 1837

Kleiner Blaupfeil, Orthetrum coerulescens (Fabricius 1798)

Rahmstreif-Blaupfeil, Orthetrum chrysostigma (Burmeister 1839)

Zierlicher Blaupfeil, Orthetrum taeniolatum (Schneider 1845)

Langer Blaupfeil, Orthetrum trinacria (Selys 1841)

Ransonnet's Überflieger, Orthetrum ransonnetii (Brauer 1865)

Gelbader-Blaupfeil, Orthetrum nitidinerve (Selys 1841)


Exemplare der Gattung Pantala (Hagen 1861) haben transparente Flügel und einen gelben Körper.

Wanderlibelle, Pantala flavescens (Fabricius 1798)


Tiere der Gattung Rhyothemis (Hagen 1867) sind lebhaft und farbenprächtig gezeichnet – sie kommen vor allem in den Tropen vor.

Schmeichler, Rhyothemis semihyalina (Desjardins 1832)


Exemplare der Gattung Selysiothemis (Ris 1897) haben einen überproportional grossen Kopf, ihre Flügel sind transparent. 

Teufelchen, Selysiothemis nigra (Vander Linden 1825)


Der englische Name Darter für die Gattung Sympetrum (Newman 1833) weist auf den pfeil-schnellen Flug der Tiere hin. Alle Exemplare – ausser den schwarzen Arten – haben ein rötliches Abdomen.

Schwarze Heidelibelle, Sympetrum danae (Sulzer 1776)

Sumpf-Heidelibelle, Sympetrum depressiusculum (Selys 1841)

Frühe Heidelibelle, Sympetrum fonscolombii (Selys 1840)

Gefleckte Heidelibelle, Sympetrum flaveolum (Linnaeus 1758)

Südliche Heidelibelle, Sympetrum meridionale (Selys-Longchamps 1841)

Gebänderte Heidelibelle, Sympetrum pedemontanum (O. F. Müller in Allioni 1766)

Blutrote Heidelibelle, Sympetrum sanguineum (O.F. Müller 1764)

Wüstenpfeil, Sympetrum sinaiticum Dumont 1977

Grosse Heidelibelle, Sympetrum striolatum (Charpentier 1840)

Gemeine Heidelibelle, Sympetrum vulgatum (Linnaeus 1758)

Ausgehärtete Männchen der Gattung Diplacodes (Kirby 1889) sind gänzlich schwarz und verhalten sich agressiv.

Lefebvre's Libelle,  Diplacodes lefebvrii (Rambur 1842)


Die Gattung Leucorrhinia (Brittinger 1850) unterscheidet sich von allen anderen durch das weisse Gesicht der vertretenen Arten; den Männchen gemeinsam sind schwarze Körper mit oberseitigen roten Punkten.

Zierliche Moosjungfer, Leucorrhinia caudalis (Charpentier 1840)

Östliche Moosjungfer,  Leucorrhinia albifrons (Burmeister 1839)

Kleine Moosjungfer, Leucorrhinia dubia (Vander Linden 1825)

Nordische Moosjungfer, Leucorrhinia rubicunda (Linnaeus 1758)

Grosse Moosjungfer, Leucorrhinia pectoralis (Charpentier 1825)


Männliche Exemplare der Gattung Crocothemis (Brauer 1868) sind g&¨nzlich rot nur die Unterseite der Augen ist blau.

Feuerlibelle, Crocothemis erythraea (Brullé 1832)

Blutrote Libelle, Crocothemis sanguinolenta (Burmeister 1839)


Exemplare der Gattung Trithemis (Brauer 1868) sind auffällig leuchtend rot gefärbt auch die Adern der Flügel scheinen rötlich.

Violetter Sonnenzeiger, Trithemis annulata (Palisot de Beauvois 1805)

Gefleckter Sonnenzeiger, Trithemis kirbyi Selys 1891

Rotader-Sonnenzeiger, Trithemis arteriosa (Burmeister 1839)


Die Gattung Urothemis (Brauer 1868) kommt nur in Afrika vor; die Exemplare sind dunkelblau gefärbt.

Blaue Maus, Urothemis edwardsii (Selys 1849)


Männliche Exemplare der Gattung Brachythemis (Brauer 1868) sind auffällig gezeichnet; Weibchen sind bräunlich-beige, die Flügelmale sind cremig.

Nördlicher Kurzpfeil – Brachythemis impartita (Karsch 1890)


Exemplare der Gattung Zygonyx (Selys in Hagen 1967) sind sehr gross; ihr Körper ist schwarz mit gelben Punkten.

Sturzflieger, Zygonyx torridus (Kirby 1889)


Der Augen-Bildausschnitt stammt von einem Foto von Carlo Pallocca.

Link zu den Kleinlibellen – Zygoptera

 

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