Frag Menta!

 

Philatelie soll ja nicht nur eine ernste Beschäftigung sein. Die Thematische Philatelie lässt zahlreiche geistige Bocksprünge zu – hin und wieder findet sich ein Beleg, der so prägnant, so typisch ist, dass man meinen könnte, es sei Mache. In der Philatelie ist ja vieles Mache, denken wir an die vielen Ersttagsbriefe, die Gefälligkeitsabstempelungen, Briefe an sich selbst usw. 

Als Thematiker benötigt man nur etwas Fantasie und schon kann man Geschicht(n) erzählen – bei Kindern in Vorschulalter sind beide Eigenschaften ausgeprägt, durch die Schule wird die Fantasie eingeschränkt! Der Name dieser Seite ist meiner Fantasie entsprungen – Frag Menta ist einerseits die Mehrzahl eines Fragments (auch Sammlungen bleiben fast immer Fragmente!), andererseits die Aufforderung eine Dame namens Menta zu fragen – und weil Philatelie Männersache ist, soll hier doch Menta als Patin fungieren….


Belegarten im Exponat

Wenn man sich einmal entschlossen hat, ein Exponat zusammenzustellen und sich selbst das Thema vorgegeben hat, eine Gliederung erarbeitet und den wichtigsten Text vermerkt hat, kann man daran gehen, Belege zu sammeln, um das Thema darzustellen. Will man eines Tages mit dem Exponat an einem Wettbewerb teilnehmen, so muss man ein paar Kriterien beachten, um die/den Juror*in milde zu stimmen. Wichtig ist dabei, dass man eine möglichst grosse Vielfalt an Bedarfspost präsentieren kann. Hier sollen nun einige Dutzend dieser Belege vorgestellt werden, die man in einem Exponat verwenden kann. Diese Liste abzuarbeiten ist nun nicht in ein paar Stunden getan, auch eine Nacht wird zu kurz, ausser man sässe im Winter in Nordnorwegen…


Abklatsch

Ein Abklatsch entsteht durch Stapeln von noch druckfeuchten Druckbogen [Bogenabklatsch – spiegelverkehrt auf Markenrückseite], vor allem aber durch technische Unzulänglichkeiten im Druck (die Technik wird immer moderner, daher findet sich ein Abklatsch eher bei alten Marken). Dabei passiert es, dass Papier fehlt, der Andruck erfolgt auf die Anpresswalze, die beim folgenden Bogen auf die Markenrückseite druckt [Maschinenabklatsch].

 

Danzig Flugpost MiNr 70 – doppelter Abklatsch


Adelsbriefe

In der „guten alten Zeit“ gab es wie heute Privilegierte, nicht nur etwa bei Bildung oder Steuerhoheit, sondern auch beim Versenden einer Nachricht – der Adel war vom Brief-Porto befreit.

Adelsbrief von Schloss Ludwigsburg nach Lübeck

Schloss Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern (Marke mit rechter Allonge).


Aerogramm (Luftpostleichtbrief)

Beim Transport von Post mit Flugzeugen musste man in der Anfangsphase des Flugverkehrs darauf Bedacht nehmen, dass die Briefe nicht zu schwer waren. Dafür gab es Sonderposttarife für die Luftpostleichtbriefe – eine Hand wäscht die andere – dies kann man auch von der Elfenbeinküste sagen

Das Aerogramm ist zum Unterschied zum Luftpostleichtbrief eine Ganzsache!

In keinem afrikanischen Land wurde die Natur so rasch und nachhaltig zerstört wie in der Elfenbeinküste. Verantwortlich dafür ist illegaler Kakaobohnen-Anbau u.a. in Naturparks – siehe dazu Regenwald.org [die dunkle Seite der Schokolade].


Alliierte Besetzung Deutschlands

Eine hilfreiche Landkarte findet man hier.


Andreaskreuz

das Andreas-Kreuz findet man bei unbeschrankten Bahnübergängen und in der Philatelie.

Es kann dazu dienen, Freiraum für Lochung oder Stanzung bei Markenheftchen zu schaffen – oder einfach aus Freude an Leerräumen.


Allonge

Als Allonge bezeichnet man den unbedruckten oder bedruckten Rand oder Zierrand eines Briefmarken-Bogens. Der Rand ist auch zum Aufdruck des Gesamtwertes einer Reihe oder Spalte geeignet.

Javier Sotomayor hält den Weltrekord im Hochsprung mit 245 cm!


Antwortbrief (Werbeantwort)

Früher konnte man einen Werbebrief versenden, dabei wurde bereits ein frankierter Antwortbrief (Werbeantwort) mitgeschickt, den der Kunde dann mit einer Bestellung an den Werber zurücksenden konnte.

Besonders bunt sind die Briefe der Firma Bienenfleiss. Diese Verkaufsstrategie wurde oftmals in Österreich (Kärnten und Steiermark) von den Imkern angewendet. Eine Datenschutzgrundverordnung gab es noch nicht und so konnten die ersten „Schneeballsysteme“ beim Handel mit Honig entstehen (meist in 5-kg-Blechkübel).


Antwortkarte

Garnituren mit Frage- und Antwortteil wurden von zahlreichen Postanstalten aufgelegt. Der Absender übernahm das Porto für beide Karten – es waren meist Ganzsachen. Es konnte dabei durchaus vorkommen, dass die Garnitur ins Ausland geschickt wurde und der Antwortteil mit einem ausländischen Stempel freigemacht wurde.

Hier ein Beispiel der Post von Luxembourg.


Antwortschein

Internationale Antwortscheine sind Gutscheine, um es dem Empfänger zu ermöglichen in seinem Land eine Briefmarke für einen Auslandsbrief zu kaufen.

Das ausländische Postamt stempelt rechts zur Verrechnung mit der eigenen Postzentrale. Diese Art von Gutschein sind fast in allen Ländern der Welt gültig, sofern diese Mitglied der UPU sind.


Archivkarte (Stammkarte)

Stammkarten beinhalten alle für Francotyp wichtigen Informationen über den zum Beispiel für die Firma Theodor Schröder in Lübeck angefertigten Absenderfreistempel.

Werbung, das erkannten die Firmen rasch, ist wichtig – und Werbung kann man auch über Poststempel betreiben. Die bekannteste Firma für die Herstellung von Werbestempel für die Freimachung eines Briefes ist die Firma Francotyp, die ihrerseits natürlich ein Inventar ihrer Kunden mittels „Stammkarte“ angelegt hatte [Kopie unseres Augustbeitrages weiter unten].


ArGe Lochungen

Die Stadt liegt im fränkischen Süden des Bundeslandes Thüringen. 1807 reiste eine tiefverschleierte Dame an und stieg in Begleitung eines Herren im Gasthaus zum Englischen Hof ab; sie blieb drei Jahre, ohne dass ihre Identität geklärt werden konnte. Nach drei Jahren zog sie in eine benachbarte Gemeinde Eishausen, wo sie 1837 starb und in Hildburghausen begraben wurde. Um sie entstand der Roman „Der Dunkelgraf“, ihr Grab wurde 2013 geöffnet, um per DNA eine Verwandtschaft mit Ludwig XVI. zu klären…       

Diesen Beleg habe ich in meiner Geschichte „Die September-Verschwörung“ verwendet, um darzustellen, dass sich rund um die versuchte Einbürgerung Hitlers in den früher 1930er-Jahren in Hildburghausen, Hitler sollte dort „nur“ Kriminal-Kommissar werden, eine bemerkenswerte Geschichte zutrug: Hitler wurde als Zeuge vorgeladen und musste aussagen, wie es zu diesem unlauteren Versuch der Einbürgerung kam. Dabei wurde Hitler mit Fragen durch den Ausschussvorsitzenden Hermann Brill so bombardiert, dass Hitler in Rage geriet und sich seine Begleiter Hess, Goebbels und andere wie eine ungezogen randalierende Schulklasse verhielt, und Goebbels zur Demostration auf seinen Stuhl stieg. Bei der Klärung der Perfins (Löcher zur Kennzeichnung in Marken) half mir die Arge Lochungen. (cmb)


Astrophilatelie (Raketenpost)

Es handelt sich dabei um philatelistische Belege, die schon einmal einen Weltraumflug hinter sich gebracht haben. Eigentlich ist es Mache und keine Bedarfspost. Anfänge dazu war die sogenannte Raketenpost aus den 1930er-Jahren.


Automatenmarke (ATM)

Gesucht sind bei Automatenmarken vor allem neben den Motiven auch Falschdrucke der Automaten. Manche sammeln zusätzlich die ausgegebenen Zahlungsquittungen.


Bahnpost – Bahnpost-Stempel

Früher konnte der Postkunde Briefe auch in Briefkästen einwerfen, die in Waggons integriert waren. So konnte ein richtig aufgegebener Brief bereits in ein paar Stunden am Bestimmungsort sein.

Dieses Markenpaar zeigt sehr schön den ovalen Stempel der deutschen Bahnpost. Die Strecke des Zuges ist angegeben, auch die Zugsnummer und das Datum der Aufgabe. Dieser Beleg ist verschollen (das zur Verlässlichkeit der Post in heutigen Tagen).


Banderole für Bogenverpackung

Ein besonderes Sammelgebiet stellen Verpackungen für Briefmarken dar: Blister, Mappen und eben auch Banderolen. Sie werden verwendet, um mehrere Briefmarkenbögen oder Blocks zusammenzuhalten.

Böse Zungen behaupten, es nütze nichts, sich mit Postlern gut zu stellen, denn sie wollten eines Tages ihre Pension aufbessern mit Dokumenten, die eigentlich für den Papierkorb oder den Schredder bestimmt seien. Böse Zungen!


Bedarfspost

darunter fällt jegliche Korrespondenz und andere Belege, die zur Übermittlung von Mitteilungen oder Waren gedient haben – also keine „Mache“, die zum Verkauf von Briefmarken hergestellt wurden wie Ersttagsbriefe, Gefälligkeitsabstempelungen etc.

Es ist anzunehmen, dass dieser Brief der Nachrichtenübermittlung gedient hat. Er ist sauber gestempelt, zumal man ihm ausserdem ansieht, dass der Absender das Aufkleben der Marken nicht so genau genommen hat – wahrscheinlich kein Philatelist!


Biberpost

Sie ist ein privates Unternehmen, das die Postdienste im Bereich von Magdeburg und Umgebung neben der Deutschen Post wahrnimmt. Das Unternehmen wirbt mit dem Slogan „Biberpost kommt besser an“.

So manch exotischer Beleg ist nur bei der Biberpost zu erhalten – das Unternehmen zeigt jedenfalls Phantasie.


Block

Werden Marken zusammen gedruckt und mit einem Zierrahmen umgeben, so sind es entweder ganze Bögen oder Blocks. Sie sind dekorativ gestaltet und machen ein Album bunt.

Obwohl in der Antarktis keine Einwohner gemeldet sind, floriert das Geschäft mit Briefmarken recht gut!

Gut verborgen in den französischen Bergen des Departement Isère liegt das Mutterkloster des Kartäuserordens, dessen Gründung auf das Jahr 1084 zurückgeht. La Grande Chartreuse ist übrigens der Typenfundort zahlreicher Schneckenarten. Die Mönche wollen durch Schweigen und in Einsamkeit zu Gott finden. 


B.O.C. – Stempel

Es ist die Abkürzung für Bayerisch-Oesterreichische Correspondenz. Und diese findet sich in Grenzübergangsstempeln auf Briefen von Bayern nach Österreich, und zwar gemäss dem Bayerisch-Oesterreichischen Postvertrag vom 30. Juli 1842. Zur Abkürzung B.O.C. gehört auch die Abkürzung O.B.C., das heisst Oesterreichisch-Bayerische Correspondenz. Und jene findet sich auch in Grenzübergangsstempeln, nur diesmal auf Briefen von Österreich nach Bayern. Beide Stempel wurden fast ausschliesslich zwischen November 1842 und September 1843 verwendet, und nur noch vereinzelt kamen sie bis 1850 vor. Danach wurden sie nicht mehr verwendet.

Brief von Lindau (Bayern) nach Bad Ischl (Österreich) aus 1847.


Booklet (Briefmarkenheftchen)

Briefmarkenheftchen sind dekorativ gestaltet. Der Umschlag für die darin befindlichen Marken ist etwas dicker, um den Marken Schutz zu geben.

Booklets aus den ersten Tagen der Auflage sind gesucht; sie sind selten und teuer!


Briefmarken

Joachim Ringelnatz schaffte skurrile Gedichte – man sagte ihm nach, er sei ein Schulrüpel ersten Ranges gewesen.

Ringelnatz beschäftigt sich in diesem Gedicht mit einer „verliebten“ Briefmarke, die letztlich auf dem Brief auf Reisen gehen musste. Es handelt sich hier um eine Ganzsache [Wert in Form eines Eindruckes].


Briefmarken-Bogen

Briefmarken werden in Bogen gedruckt und anschliessend mit Perforierung trennbar. Einen ganzen Bogen sehen wir auf Zählungsallonge.


Copyright bei Briefmarken

wie bei jedem Kunstwerk gibt es ein Copyright – es wird durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geregelt. Für Deutschland gilt gemäss Wikipedia (abgerufen 29.10.2020): UrhG Deutschland. Für eurasiatische Staaten gibt es ebenfalls eine Wiki-Seite.


Crypto-Briefmarken

Nur die Österreichische Post gab 2019 Crypto-Briefmarken aus – sie haben einen Nennwert von 6,90 €uro. Mit einer App kann festgestellt werden, welche Farbe bei der Marke hinterlegt ist. Spezialisten beachten dabei auch die aufgedruckte Nummer, die drei- bis sechsstellig sein kann.

    

Michel verzeichnet folgendes: „2019, 11. Juni. Kryptowährung. Komb. Odr. und Siebdruck auf Kunststoff, Einzelanfertigung; Zähnung aufgedruckt. MiNr. 3470 und teilt die Marke in zwei Teile
3470 ecr (Einhorn, QR-Code) €16,-/16,- und
3470 (Zierfeld) €17,-/17,-
Das abbrechbare Zierfeld enthält unter Rubbelfeldern verborgene QR-Codes, die den Erwerb von Kryptowährung ermöglichen. Auflage 150.000 Stück“


Desinfektionsbrief

Kamen früher Briefe aus mit Krankheiten infizierten Gebieten, so glaubte man, man könne durch verschiedene Massnahmen (Räuchern, Bügeln…) die Übertragung von Krankheiten verhindern.

Im gegenständlichen Fall wurde der Brief durchstochen und geräuchert.


Dienstmarken

für die Versendung von Dienstbriefen werden Dienstmarken verwendet. Diese können auch durch Überdruck hergestellt werden zB in der Schweiz mit Offiziel.

Dienst-Briefmarken aus der Inflationszeit mit HAN in der Allonge.


Dienstpost

Die Kennzeichnung dieser Post erfolgt durch Stempel oder spezielle Dienst-Briefmarken (tlw. Überdrucke oder Lochungen) oder die Dienstpost ist als solche gekennzeichnet und es erfolgt eine portofreie Zustellung.


Druckprobe

Immer wenn ein Druckauftrag vorliegt, nimmt der Drucker Druckproben, um zu kontrollieren ob die verschiedenen Farbdrucke richtig übereinander liegen und der Farbdruck entsprechen einer Bestellung erfolgt.

 

Der Bürstenabzug (links) zeigt die Marke ohne Farbgestaltung, der Musterdruck (Specimen rechts) zeigt die fertige Marke. Er dient der Präsentation.


Einlieferungsschein

Wird ein Brief per Einschreiben versandt, erhält der Kunde (Absender) eine Bestätigung, dass er ein Poststück aufgegeben, sprich eingeliefert hat.


Einschreiben (R-Brief)

Der Einschreibe-Brief wird mit einem Reco-Zettel gekennzeichnet. Die Post wird gesondert von der anderen Post gegen Unterschrift ausgeliefert.

Einschreibe-Brief ab Bern mit Fensterkuvert versendet und Reco-Zettel (unten).


Epreuve

Beim Epreuve (Muster) unterscheiden wir ein Epreuve d’artiste (Künstler) oder ein Druckmuster (Specimen). Es kann ein solcher Musterdruck für Drucker, für die Tagespresse, für Diplomaten oder Postmitarbeiter hergestellt werden.

Ein Künstlermuster ist immer eine SW- oder Farbzeichnung meist stellt es ein Unikat dar. Es können aber auch Kopien hergestellt werden (Lithographien) – diese werden meist nummeriert.


Ersttagsbrief

Ein FDC (First Day Cover) fällt unter „Mache“, da es sich um eine Gefälligkeitsabstempelung handelt (im Gegensatz zum beförderten Brief).

Sehr oft werden die FDCs mit bedruckten Kuverts hergestellt – da die Briefe nicht befördert werden wird kein Empfänger angegeben.


Euro auf Briefmarken

Die EU macht Vieles möglich – und 2002 mussten unsere Postler im Kopf oder besser auf Maschinen rechnen, denn ab Neujahr verausgabte die Post Ergänzungsmarken ohne Wertangabe; den Wert musste der Postler selbst berechnen und händisch in die Marke eintragen. Eine Abgabe von Blanko-Marken an den Postkunden war strengstens untersagt. Mit 31.05.2003 enden sowohl die Ära dieser Marken und als auch hält man so manche schier unlösbare Herausforderung von den Postlern fern.

Die Gemeinde Gaschurn-Partenen informiert über die Post in Partenen wie folgt: „Das Postamt Partenen wurde am 21. November 1925 im Haus Nr. 10 eröffnet. Vor diesem Zeitpunkt befand sich im Haus Nr. 9 eine Postablage. Die Post wurde damals nicht zugestellt, sondern sie konnte dort abgeholt werden. Mit der Eröffnung des Postamtes im Jahre 1925 konnten auch Ein- und Auszahlungen beim Postamt vorgenommen werden, Sendungen wurden damals aber nur im Ortskern zugestellt. Mit der Eröffnung der ersten Postautolinie im Montafon am 14. Juni 1927 zwischen Schruns und Partenen hatte das Postamt zu seinen übrigen Aufgaben auch die Funktion eines Streckenamtes zu erfüllen. Am 15. Juli 1929 wurde beim Postamt Partenen eine öffentliche Sprechstelle in Betrieb genommen. Ab diesem Zeitpunkt wurde auch die Telegrammübermittlung über Fernsprecher durchgeführt. Ab dem Jahre 1938 wurde die Zustellung über den Ortskern hinaus erweitert. Im selben Jahr wurde im Silvrettadorf eine Postablage errichtet. Zu dieser Zeit waren beim Postamt Partenen 5 Leute beschäftigt. Die Zustellung der Postsendungen wurde auch im Arbeitslager Vermunt vorgenommen. Im Laufe des Jahres 1948 wurde das Postamt etwas modernisiert und zu dem bestehenden Amtsraum noch ein kleiner Raum angemietet. Infolge einer Lawinenkatastrophe im Jahre 1954 war die Ortschaft Partenen und damit auch das Postamt eine volle Woche von der Außenwelt völlig abgeschnitten, da auch die Telefonvrbindung unterbrochen war. Die Post wurde von den Bediensteten des Postamtes Partenen und einigen freiwilligen Helfern, auf Schiern bei der 8 km entfernten Ortschaft St. Gallenkirch abgeholt. – Im Jahre 1986 übersiedelte die Post in das neue Gebäude, Partenen HNr. 8. – Im Jahre 2002 wurde das Postamt Partenen endgültig geschlossen“. Der Autor möchte an dieser Stelle auf die besten Kässpätzle hinweisen, die es im weiten Umkreis gibt…

Wir erhielten von Dr. Helmut Seebald, Hörbranz, noch eine bemerkenswerte philatelistische Ergänzung:  Während des Krieges war auf der Bielerhöhe die Illwerkebaustelle, die von der Poststelle Dorf Silvretta / Parthenen betreut wurde. Auf der Bielerhöhe arbeiteten Kriegsgefangene, Fremdarbeiter und Ostarbeiter, wie auch auf den anderen Baustellen der Illwerke im Montafon. Nach dem Krieg setzten den Bau Displaced Persons und Internierte fort: 

Brief eines Deutschen vom Dorf Silvretta vom 7.5.1946 über die französische Zensur Bregenz und die US-Zensur Esslingen nach Kressbronn.

Brief von Pohorelice / CSR über die französische Zensur Bregenz an einen sudetendeutschen Flüchtling in das Gefangenen-Lager Silvretta Dorf.


Farbunterschiede

Verschieden gedruckte Farben entstehen meist bei Nachfüllen von Farben (andere „Charge“) – dies kann im Farb-Buchdruck ebenso passieren wie bei Tapeten oder auch bei Briefmarken

Links sehen wir eine Marke im Orange-Ton, rechts im Gelb-Ton. Nicht verkaufte Briefmarken des Saargebietes wurden übrigens 1935/1936 unter Aufsicht in Hochöfen verbrannt.


Federbrief

Wie immer sagt ein Bild mehr als tausend Worte!

Bild aus meinem Exponat „Im Land der Mitternachtssonne„.


Feldpost

Diese meist kostenlose Beförderung ist ausschliesslich der kämpfenden Truppe oder einer Frieden sichernden Truppe vorbehalten.

Stempel der österreichischen KFOR-Truppen im Kosovo [UN-Blauhelme]. Auf der Seite des Bundesheeres ist die Abkürzung AUTCOM/KFOR zu finden. Zur Kennzeichnung des Briefes mittels fluoriszierender Markierujngen – siehe:


Fluoreszierung

Siehe Fluoreszierungsmarkierung am unteren Teil des Briefes oben. Diese Markierung eines Briefes scheint eine Garantie zu sein, dass ein Poststück gelaufen ist (keine Mache!). Allerdings wird eine Fluoreszierung auch ins das Briefmarken-Papier eingebaut, um Briefmarken gegen Fälschung zu sichern bzw eine zweite Auflage zu markieren. Die Papierqualität kann mittels Speziallampen sichtbar gemacht werden (Siehe Lumineszenz bei Wiki).

Hier sehen wir eine herkömmliche und eine fluoreszierende Markierung!


Flugpost

Sie muss nicht unbedingt mittels Aerogramm erfolgen – es kann auch eine Briefmarke aufgeklebt werden.

Flugpost oder Luftpost von der afrikanischen Elfenbeinküste nach Holland.


Forwarder-Brief

Ein besonderer Brief aus Deutschland (Preußen) über die Schweiz nach Feldkirch (1853)

FORWARDER-Brief (über einen Boten gelaufen), geschrieben von Friedrich W. Paas in COELN (Köln) am 27. Sept. 1853, auf der Vorderseite mit dem blauen ovalen Firmenstempel (unter dem roten Tagesstempel von St. Gallen) versehen und an den „Forwarder“ Steinemann und Recknagel aus St. Gallen übergeben (Ovalstempel auf der Rückseite). In St. Gallen am 1. Okt.  1853 abgestempelt und nach Feldkirch spediert; dort am gleichen Tag mit dem Ankunftsstempel (rückseitig) versehen.

Der Empfänger, die Firma Getzner & Co., hatte zu dieser Zeit eine Textilfabrik in Feldkirch (später abgebrannt) und benötigte Soda (Natriumcarbonat) für die Stoffbearbeitung. Dieses aus England zu beziehende Produkt wird vom Händler in Köln zu (noch) günstigen Preisen angeboten.

Das Porto von 10 Rp. war lt. Vertrag vom 1. November 1852 zwischen der Eidgenossenschaft und dem Deutsch-Österreichischen Postverein die korrekte (recht niedrige) Taxe für den Grenzrayon (Rayon limitrophe R L bis 5 Meilen = 37,5 km in direkter Entfernung ohne Grenzberücksichtigung).  Das reguläre Porto für den Weg Preußen – Österreich hätte 9 Kreuzer plus ev. 3 Kreuzer für den Transit durch die Schweiz = 12 Kreuzer betragen. Die 10 Rp. entsprachen 3 Kreuzer CM. Ein beträchtliche Portoersparnis.

Die Höhe der Vergütung an den Forwarder ist nicht ersichtlich bzw. nicht bekannt und dürfte individuell unterschiedlich gewesen sein. (Text & Foto von Gerhard)


Francotyp-Stempel

Nach dem Ersten Weltkrieg, in den Zwanziger-Jahren, kamen die Frankotyp-Stempel in Mode. Sie lösten das mühselige Perfin-Zeitalter ab. Man unterscheidet mehrere Haupttypen:

Francotyp-A:

Francotyp-C:

Francotyp-D:

Francotyp-F:

Manche der Stempel wurden mit aufwändigen Lithos versehen, sodass kleine graphische Kunstwerke entstehen konnten.


Freistempel

Freistempel werden mit Stempelmaschinen auf Briefe gestempelt. Ist ein Absender angegeben nennt man sie Absender-Freistempel. Oft werden dabei Francotyp-Maschinen verwendet (siehe Archivkarte). 


Galgenbrief

Eigentlich eine recht perfide Angelegenheit: man setzt die Postler mit den auf den Briefen aufgezeichneten Galgen unter Druck, den Brief so rasch als möglich zuzustellen – falls nicht wartet die „Belohnung“.

Diesen Beleg stellte uns Andreas Grünewald zur Verfügung – danke!


Ganzsache

Als G. bezeichnet man ein Poststück [Aerogramm, Briefe, Karten…], in das die Wertstufe mit eingedruckt ist. Besondere Ganzsachen sind Kartenbriefe und Antwortkarten

In diese Karte aus 1876 vom Vorarlberger Bezau ist die Gebühr von 2 Kreuzer eingedruckt. Für die Beförderungs ins Ausland (Schweiz) sind weitere 3 Kreuzer zu entrichten – dies erfolgt durch Auffrankierung.


Gitterstempel

siehe dazu unsere Stempelsammlung


Halbierung

Hatte man früher keine kleinen Werte zur Verfügung, schnitt man einfach eine Marke auseinander. So einfach geht das heute nicht mehr, die Bürokratie rafft einfache Lösungen für ein Problem stets hinweg!

Aus meinem Exponat „Die September-Verschwörung„,um die Teilung der Tschechoslowakei in Tschechen und Slowaken darzustellen, verwendet. Der Juror meinte zurecht dieser Beleg sei Mache!


HAN – Hausauftragsnummer

Die H. findest sich meist auf Bogen in der Mitte unten aufgedruck – siehe Zählungsallonge.

Die HAN findet man meist am Markenbogen in der Mitte unten.


Hasler-Stempelmaschine

Früher, in diesem Falle 1991, lud man Mitglieder eines Vereins in der Schweiz noch per Karte zu einer Jahreshauptversammlung. Man macht es noch heute – allerdings meist mit elektronischer Post – und hat somit keine Chance an einen typischen – ja humorvollen – Beleg zu kommen. 

Der Freistempel wird mit einem Hasler-Gerät „F88“ abgeschlagen und der Briefträger versucht die Einladung Herrn Frei zu bringen, den er allerdings nicht findet und den man auch nicht kennt. Somit kommt die Karte – mit dem Vermerk „unbekannt“ versehen – an den Verein für Pilzkunde zurück. Da der Verein auf der Karte ein nettes Logo „eines Pilzsuchers samt Korb und Fachbuch“ abgedruckt hat, entsteht nun ein amüsanter Beleg, den man für viele Gelegenheiten verwenden könnte: wohl am besten für ein Pilzexponat, für Giftpilze oder Pilzgifte. 


Heimkehrerpost

Die Heimkehrerpost (Quelle) gehört zur sogenannten Kriegspost des 2. Weltkrieges. Sie bildet bei ca. 3 bis 4 Millionen deutschen Soldaten des 2. Weltkrieges den Abschluss ihrer Korrespondenz, die sie in dem Zeitraum von ihrer Einberufung zum Kriegsdienst bis zur Heimkehr versandten. In diesem Zeitraum versandten die Soldaten und ihre Angehörigen in deren eigenen Angelegenheiten Postsendungen meist unter besonderen „Gebührenvergünstigungen“ mit den Vermerken „Feldpost“, „Kriegsgefangenenpost“ und „Heimkehrerpost“. Diese drei Postverkehrsarten wurden in der Kriegs- und Nachkriegszeit von vielen deutschen Soldaten und ihren Angehörigen, entsprechend des individuellen persönlichen Verlaufs dieses Zeitabschnittes, mehr oder weniger intensiv genutzt. Die Übergänge von der einen Postverkehrsart zur anderen waren zum Teil fließend und nicht einheitlich gleich bei allen Soldaten. Erst nach ihrer Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft durften die ehemaligen deutschen Soldaten, unter besonderen Voraussetzungen und Zeitabschnitten, die sogenannte Heimkehrerpost aus Entlassungs- Durchgangs- und Quarantänelagern sowie Krankenanstalten und Erholungsheimen versenden.

Mit der Heimkehrerpost ist stets Portofreiheit verbunden!


Hufeisenstempel

siehe dazu unsere Stempelsammlung


Infla oder Inflation

Inflation bedeutet die Entwertung der Kaufkraft durch Teuerung. Das kann langsam geschehen (Preissteigerungen – Portoerhöhungen) oder rasch – so geschehen etwa zwischen 1921 – 1923 in Deutschland. Postkarten oder Briefe mussten dann mit hohen Gebühren versehen werden. Siehe dazu das Exponat „Der Postreiter„.

Die 16 Gebührenstufen des Jahres 1923.

Während der Zeit der Inflation war man es gewöhnt mit hohen Zahlen zu rechnen. Es ging dabei um Millionen oder gar um Milliarden Mark, die auf einen Brief zu kleben waren. Reichte der Platz auf dem Brief nicht aus, so klebte man die Marken dachziegelartig übereinander. Bei den hohen Zahlen kam es vor, dass auf der Allonge eine andere Grösse stand als auf den Marken – etwa Billionen und Milliarden. Wenn solche Bezeichnungen in einer anderen Sprache eine andere Bedeutung besitzen, so nennt man diese Wortpaare „Falsche Freunde“.

Billionen sind im US-Sprachgebrauch Milliarden, somit liegen hier falsche Freunde dicht beieinander!

Zwischen 1921 – 1923 wurden viele Postkarten mit dem Werteindruck „Postreiter“ gedruckt und auch verwendet. Allerdings unterlagen auch die Postgebühren der damaligen Inflation. Da die Karten in hohen Auflagen gedruckt waren, sollten sie auch aufgebraucht werden und somit kam es zu Zudrucken und zahlreichen Auffrankierungen, die ein bemerkenswertes Sammelgebiet darstellen. Damian Läge präsentierte anlässlich der Mübria 2018 sein hochbewertetes Exponat der Öffentlichkeit. Die Postgebühren der damaligen Zeit und ein paar Belege werden hier präsentiert:

Quelle: Exponat von Damian Läge, modifiziert.


Inflation Österreich

Zur Gebührenübersicht


Innerdeutscher Postkrieg

Auch wenn immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Mauern zwischen Ost- und Westdeutschland platt gemacht wurden – es entstanden entlang des Grenzstreifens wunderbare Naturschutzgebiete – so weisen Politiker hin und wieder darauf hin, dass man auch die Mauern im Herzen beseitigen müsse. Jahre zuvor gab es einen innerdeutschen Postkrieg – Ost und West zensurierten Briefe durch Transportstopp und Rücksendung, weil die aufgeklebten Briefmarken dem jeweils Anderen nicht genehm waren. Die Marken wurden mit grauer Farbe überpinselt und der Brief an den Absender retourniert.

 

Diese Marke zu 50 Pfennig war der DDR-Regierung suspekt. Im Geäst vermuteten die Ost-Politiker das Abbild Adolf Hitlers, das natürlich nicht in die Gesinnung der Arbeiter und Bauern passen durfte. Heute dürfen wir beiderseits der Naturschutzgebiete über diese Reaktion lachen…


Irrläufer

I. sind Poststücke, die man versucht hat zuzustellen – gelingt dies nicht, werden sie mit einem „Retour“-Stempel versehen oder erhalten einen Aufkleber, dass die Zustellung nicht möglich war.

Diesen Beleg verwendete ich im Exponat „Oktober in Paris„, um aufzuzeigen, dass die Meldungen bei der Polizei an dem Tag der Übergriffe auf die unbewaffneten Algerier chaotisch eingegangen waren.  


Japan – Datum entziffern

Die Japaner haben mehrere Arten, um ein Datum darzustellen. 9/11 wäre etwa 2001-09-11 also fast so, wie manche amtliche Verfügung in Europa, wie das Datum zu schreiben sei, was aber in der Praxis nicht getan wird. Auch auf japanischen Stempeln findet sich in den letzten Jahren eine „lesbare“ Darstellung des Datums. Eine andere gebräuchliche Art (vor allem in der Philatelie) ist, das Datum an die Thronbesteigung des Tenno zu binden und Jahre hinzuzufügen, also etwa Showa (1926 bis 1989), will heissen Showa 10 = 1936.

  • Meiji (明治) von 1868 (Meiji 1) bis 1912 (Meiji 45) – Kaiser Mutsuhito
  • Taishō (大正) von 1912 (Taishō 1) bis 1926 (Taishō 15) – Kaiser Yoshihito
  • Shōwa (昭和) von 1926 (Shōwa 1) bis 1989 (Shōwa 64) – Kaiser Hirohito
  • Heisei (平成) seit 1989 (Heisei 1) – derzeit Kaiser Akihito

Bild in Arbeit


Kapselgeld

Wer früher nach Italien reiste, der wurde ganz sicher damit konfrontiert, dass man statt Wechselgeld entweder Kaugummis oder Briefmarken als Kleingeld zurück bekam. In Frankreich war es offensichtlich ähnlich, aber hier wurde Kleingeld professionell mittels Kapseln hergestellt.

Die Kapselrückseite konnte für Werbezwecke herangezogen werden.


Kartenbrief

Kartenbriefe sind besondere Ganzsachen. Sie bestehen aus einer Garnitur faltbarer – am Rande gummierter und perforierter – Postkarten deren Innenteil beschrieben werden kann. Anschliessend werden die Ränder verklebt; der Briefinhalt bleibt so geheim. 

Gefalteter Kartenbrief von Böhmen und Mähren. Damalige Auslandskartenbriefe wurden vom OKW ebenso geöffnet, wie Auslandsbriefe – siehe Zensur.


 Katapultbrief

Entgegen den heutigen Gepflogenheiten bei verschiedenen Postanstalten Europas, versuchte man früher die Zustellung eines Briefes rasch zu vollziehen. Dafür gab es etwa bei Atlantiküberquerungen Flugzeuge, die mit der zuzustellenden Post – lange bevor Land in Sicht war – von Bord katapultiert wurden.

Die deutschen Dampfer Bremen und Europa verfügten über Katapultanlagen.


Katastrophenbrief

K. sind Poststücke, die auf dem Transport verunfallen (Brand, Absturz, Unfall…).

Frankiert ist dieser Brief mit einer Feldpostpäckchen-Zulassungsmarke (ANK 9 – dunkelblauer Agramer Aufdruck). Ob der Brief anlässlich von Kampfhandlungen beschädigt wurde muss Spekulation bleiben.


 Kehrdruck

Buchdrucker wollen zeigen, was Sie so „drauf“ haben und zeigen hin und wieder Ihre Kunst.

1935 werden alle übrig gebliebenen Briefmarken des Saargebietes in einem Hochofen verbrannt – das macht dieses Sammelgebiet recht spannend!


Kleinbogen

Block, Zusammendruck, Kleinbogen?

Der Schwaneberger Verlag als Herausgeber der Michel-Kataloge hat folgende Systematik entwickelt:
– enthält das Gebilde bis zu drei gleiche oder bis zu sechs unterschiedliche Wertzeichen (Kataloghauptnummern) handelt es sich um einen Block;
– bei mehr als vier gleichen oder mehr als sieben verschiedenen Marken um einen Kleinbogen;
– bei vier gleichen Marken kommt es darauf an: Erfolgt ein Verkauf in größeren Einheiten, etwa in üblichen Schalterbogen, liegt ein Block, andernfalls ein Kleinbogen vor (letzteres vor allem bei hohen Nennwerten);
– Bogen mit mehr als zehn Marken sind keine Kleinbogen, selbst wenn sie unterschiedliche Marken enthalten.

König Drosselbart wurde von den Gebrüder Grimm 1810 aufgeschrieben. Das Märchen handelt von Leichtsinn und Hochmut, Arbeit und Demut, letztlich um soziale Ungerechtigkeit. Deswegen wurden die Grimms ja auch als Aufwiegler des Landes verwiesen. Da fällt mir übrigens ein Witz (Grünwald!) ein: Warum geht ein König zum Zahnarzt? Naja, ganz einfach: weil er eine neue Krone braucht.


Kopfstehender überdruck

Inflation, Währungsreformen oder neue Staatsformen verlangen nach Ordnung im Postwesen – in den ersten Stunden, Tagen und Wochen sind nur Handstempel, später die Druckmaschinen zum Überdrucken der Briefmarken bereit. In der Eile, aus Schlamperei oder aus Absicht werden die Überdrucke kopfstehend aufgebracht.

Briefmarken aus Litauen (Währung), Deutschem Reich (Inflation bzw. neuer Staatsform). 


Kurierpost

Soll Post rasch zugestellt werden, so bedient man sich eines Kuriers. Persönlich überbrachte Mitteilungen bleiben meist auch geheim, ausser der Kurier hätte seine Mitteilung mündlich zu machen.

Zur Feldpostnummer L 14682 finden wir folgende Informationen:
(Mobilmachung-1.1.1940) 6. Kompanie Grenzwacht-Unterabschnitt  III/17
(28.4.1940-14.9.1940) Kraftfahr-Ausbildungs- u. Sammelstelle  Luftgau-Kommando Belgien/Nordfrankreich
(1.2.1941-11.7.1941) Kraftfahr-Ausbildungs- u. Sammelstelle I  Luftgau-Kommando Belgien/Nordfrankreich
(12.7.1941-26.1.1942) Kraftfahr-Ausbildungsstelle der  Fliegertruppe 11
(25.1.1943-31.7.1943) Kraftfahr-Ausbildungs-Abteilung der  Luftwaffe 11.


Lagerpost

Lager sind Einrichtungen, in den Menschen – meist während oder nach Kriegshandlungen – gefangen gehalten werden. die ersten Lager errichteten die Briten in Südafrika (Concentration Camps). Lagerinsassen haben im Allgemeinen ein Recht darauf, Briefe zu schreiben und auch Postsendungen zu empfangen. Über die deutschen KZs gibt es viele Informationen, über die Lager, in denen die Alliierten ihre Gefangenen verwahrten, soll hier ein Beispiel gezeigt werden:

Das britische Lager No. 166 befand sich in England, Nottingshamshire, und wurde als Prisoner of War (POW) Wollaton Park Camp bezeichnet. Die Post wurde zensuriert, die genaue Ortsbezeichnung unterschlagen. 


Luftleichtbrief

siehe Aerogramm (weiter oben).


Luftpost

siehe Flugpost (weiter oben)


Lustige Ortsnamen

Manche Philatelisten sind des Sammelns von Briefmarken nur eines Landes (Ländersammlung) überdrüssig geworden, weil die Postanstalten zu viele und zu hohe Werte verausgaben. Sie suchen nach neuen Sammelgebieten.

Wer kennt ihn nicht den Räuber Hotzenplotz? Der Phantasie könnte bei diesem Sammelgebiet keinerlei Grenzen gesetzt werden!


Mache

M. bezeichnet philatelistische Belege, die nicht wirklich gelaufen sind oder deren Frankierung nicht an den tatsächlichen Bedarf (siehe Bedarfspost) angepasst sind. Dazu zählen Ersttagsbriefe (FDC First Day Cover), Überfrankierungen (mit einem kompletten Briefmarkensatz) und Gefälligkeitsabstempelungen. Auch Aufkleber „Bitte sauber stempeln“ oder „Sammlerpost“ veranlassen die Postler zu besonderer Sorgfalt, die sie sonst oftmals nicht walten lassen. Siehe dazu mein Exponat „Nachträglich entwertet

Sicherlich schön, aber postalisch fragwürdig!


Mühlradstempel

Ab 1850 wurden in Bayern M. eingesetzt; es ist dies ein geschlossener Kreis mit 16 „Schaufeln“ – im Kreisinnern befindet sich eine Nummer, die mit einer Ortschaft korrespondiert. Anfangs lag dem System eine alphabetische Reihenfolge der 402 Ortsbezeichnungen zu Grunde. Als immer mehr Postämter dazu kamen, wurde 1856 ein neues System mit 603 Nummern umverteilt, was wohl zu einem gewissen Chaos geführt haben muss. Abgenutzte Stempel mit geschlossenem Kreis wurden durch neue Offene Mühlradstempel ersetzt. 1869 wurden die mittlerweile 902 verschiedenen Nummernstempel durch Ortsnamenstempel ersetzt.

Das Chaos in vielen Postverwaltungen hält auch ohne ein Mühlrad-Nummernsystem mit Geschlossenem (links) und Offenem (rechts) Mühlradstempel auch heute noch an.   


Muster

Bevor Briefmarken letztlich gedruckt werden, versucht man sich durch Muster ein Bild des Endproduktes zu machen. Zunächst werden etwa durch Wettbewerbe Vorschläge eingeholt, ein Entwurf gekürt und der Druck beauftragt. Vor der Endfertigung werden Muster erstellt und meist durch Perforierung oder Aufdruck gekennzeichnet. 

Das Muster (Specimen) wird begutachtet und mit „Gut zum Druck“ freigegeben.


Muster ohne Wert

Um einer Firma preisgünstig ein Muster überlassen zu können, wurde postalisch das Muster ohne Wert geschaffen. Es wurde zolltechnisch als wertlos behandelt. Daher konnten Firmen einem Kunden ein Produkt bemustern, damit dieser sich von Qualität, Form, Farbe, Gewicht oder Verarbeitung überzeugen konnte.

Hier bemustert eine ungarische Weinexport-Firma einer Firma in Deutschland eine Warenprobe.


Nachentwertung

siehe mein Exponat „Nachträglich entwertet


Nachnahmesendung

Mit einer Nachnahme wird die Post beauftragt, einerseits eine Sendung zuzustellen und im gleichen Atemzug vom Empfänger einen Betrag entgegenzunehmen. Dadurch wird ein Kreditrisiko ausgeschlossen. 

In diesem Fall wollte der Empfänger (Hermann Solleder) nichts bezahlen und der Postauftrag ging zurück!


Nachporto

Nachporti entstehen, wenn eine Briefsendung in einen Briefkasten eingeworfen wurde und zu wenig an Porto verklebt wurde; eine zweite Möglichkeit sind Ämter, die das Porto nicht bezahlen wollen und eine Sendung als „Porto zahlt Empfänger“ aufgeben. Manche Lieferanten übersenden mit Katalogen Bestellkarten, deren Briefporto der Lieferant übernimmt.

In diesem Fall übernimmt das Deutsche Rote Kreuz die Portokosten.


Negativstempel

Ein N. wird dadurch erzeugt, dass der Hersteller jene Teile aus dem Stempelmaterial herausschneidet, das die weissen Konturen zeigen soll. Einfachste Stempel sind aus Kork (Kartoffelstempel in der Schule) oder Holz.

Ortsintern gelaufener Brief aus Rovigo (Venezien).


Nicht angenommen

Kartengrüsse erfreuen manches Mal nur den Absender, wenn er Grusskarten entweder nicht frankiert oder zu wenig Porto klebt. Dem Empfänger kann die Post ein Nachporto abverlangen, dieser wiederum kann die Annahme verweigern. Die Post bleibt dann auf ihre Kosten sitzen.  Ein weiterer Fall könnte eine Postnachnahme sein, die er Empfänger verweigert anzunehmen und den Betrag zu bezahlen.

Die Firma Basilius wollte bei Herrn Sauter 8 Mark 55 Pfennig kassieren, was Herr Sauter aber zurück wies.


Ortskarte oder Ortsbrief

Früher war nicht alles besser, aber anders: es gab für die örtliche Post Portovorteile, weil die Distanz einer Briefzustellung ein Kostenfaktor war. Heute – mit der Installation der Postzentren ist alles zentralisiert und auch Ortspost wird über diese hin und wieder weit entfernten Zentren bearbeitet. Bemerkenswert ist, dass unsere Post fort auch registriert wird. Auf unserer Galerie findet sich ein Exponat über die Inflationszeit, das in Ortskarten und Fernkarten unterscheidet.


Paketmarke

Der Warenaustausch zwischen den Menschen ist uralter Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Was anfangs persönlich – wahrscheinlich nicht in grossen Entfernungen möglich war – wurde bald durch Boten erledigt; diese wiederum wurden durch den Service der Post ersetzt.

Die Garnitur einer Paketmarke besteht – etwa in Italien – aus zwei Teilen: einer wird auf die das Paket begleitende Paketkarte geklebt, der zweite Teil auf die Empfangsbestätigung, die dem Absender übergeben wird. Die Gebühr ist abhängig von Gewicht, Grenzübertritt, Art der Beförderung (Glas, Express, Flug…)


Paketkarte

Die P. ist ein Dokument, das das Paket begleitet. Auf der Rückseite wird vom Empfänger die Übernahme des Paketes bestätigt.

Paketkarte für ein Paket von Mailand nach Brüssel (Milano – Bruxelles) aus dem Jahre 1954. Eine kleine Auswahl an historischen deutschen Paketkarten findet man in meinem Exponat „Der Zauberberg


Paketzustellliste

Die P. ist eine Liste für den Postler, damit der weiss, welche Pakete er morgens übernommen hat, um sie tagsüber zuzustellen. Eigentlich ist es ein postinternes Dokument (Postsache), das nach der Aufbewahrungsfrist zu vernichten gewesen wäre.

Bemerkenswert ist dieser Beleg aus der Zeit der vierstelligen Postleitzahlen (hier 1985) – es wäre interessant zu wissen, woher das Paket mit den beiden Fragezeichen gekommen ist…


Paquebot

Wenn der Stempel „Paquebot“ auf einem postalischen Beleg zu finden ist, so bedeutet es, dass er irgendwann auf seiner Strecke mit einem Boot fahren durfte. Dies kann ein Inselhüpfer, Dampfer oder Hochseeschiff sein.

Ein bemerkenswerter Beleg ist der obige: es ist eine Ganzsachen-Antwortkarte, die aus der Sowjetunion zurückgeschickt wurde. Irgendwann auf ihrem Weg nach Pössneck wurde sie mit der Alexander Puschkin befördert.


Perfin (Lochungen)

Lochungen, „Perforated Initials“, sind gestanzte Löcher in Briefmarken. Die Lochungen dienten dazu, die Marken als Eigentum einer bestimmten Firma kenntlich zu machen. Immerhin bekam man in Bayern für zwei Marken eine Mass Bier auf dem Oktoberfest und so soll sich so mancher Mitarbeiter in der Portokasse vergriffen haben. Früher wurden diese Briefe als minderwertig angesehen und manche landeten im Papierkorb. Heute ist es ein verbreitetes Sammelgebiet, auf dem noch so manche Neuigkeiten entdeckt werden können.

 

Sigmund Strauss Junior stanzte „SSJ“ in seine Marken.


Polarogramm

In meinem Exponat zu Jules Dumont d’Urville habe ich auf der letzten Seite ein Polarogramm eingebaut. Es ist wohl als Mache zu werten!


Postkarten

Postkarten sind vom Weltpostverein (Union Postale Universelle) genehmigte Druckwerke für den Postversand. Die UPU existiert seit 1874 und regeln die Zusammenarbeit der Postanstalten untereinander. 

Postkarten sind Porto-begünstigte postalische Belege, hier zum Gedenken an den 1832 verstorbenen Dichterfürsten Goethe. Ihn finden wir auch als Zeugen rund um die Verschwörungstheorie, dass Schiller ermordet wurde.


Postsache

Postsachen sind entweder Post-Interna oder Mitteilungen an Kunden, meist über einen notwendigen Besuch bei der Post (zwecks Übernahme eines Briefes oder Paketes) oder für Mitteilungen, dass Etwas nicht so gelaufen ist, wie es sich der Kunde gewünscht hat

Hüpfende Schreibmaschinenschrift und viele Stempel kennzeichnen so manchen Brief aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die verwendeten Kuverts stammten aus alten Beständen oder wurden unter abenteuerlichen Bedingungen neu hergestellt. Vergilbung und hoher Säureanteil ist stets garantiert.


Preussen

Nach dem deutsch-französischen Krieg kam es zu einer Einigung der verschiedenen Deutschen Staaten und fortan hiessen sie „Deutsches Reich“. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Deutsche Reich beschnitten, das Selbstbestimmungsrecht (Woodrow Wilson) der Völker missachtet. Deutschen Orten wurden im Osten neue tschechische oder polnische Namen gegeben. Mit Landkarten aus der der damaligen Zeit können wir die Orte zuordnen: Westpreussen & DanzigSüdpreussen und Ostpreussen.


Privatganzsachen

Vereine oder Interessengemeinschaften können mit Ganzsachen Werbung für ihre Ziele, Jubiläen oder Anliegen machen. Dies geschieht durch Eindruck der Gebühr auf den Formularen, etwa Karten oder Briefen. Der Begriff Postkarte darf allerdings nicht verwendet werden.

Hier wird etwa auf ein Deutsches Sängerfest im August 1924 hingewiesen!


Publibel

Publibels sind belgische Werbepostkarten und immer Ganzsachen der Agence Publicité de Belge Postale zwischen 1933 bis 1984.

Dies ist eine der über 3.000 erschienenen Publibels, mit der auf die Weltausstellung 1935 in Brüssel aufmerksam gemacht wurde. 

 

Die ersten etwa zweihundert Karten bekamen keine Nummern, später wurden sie nummeriert, ab der Nummer 2225 kamen noch Buchstabenkürzel für Niederländisch, Französisch und ein „A“ für deutsch hinzu.


R-Brief

siehe unter Einschreiben weiter oben!


Rayon limithrophe

Früher war es entscheidend, wie weit ein Brief zu transportieren war. Davon war oft die Briefgebühr abhängig. Ging eine Strecke nur gerade über die Grenze ins Ausland verringerte sich die Postgebühr. Typische Briefe findet man von Geneve nach Haute-Savoie oder von Vorarlberg ins Schweizer Rheintal. Manche der Briefe wurden mit RL oder R.L. per Stempel gekennzeichnet.

Brief von Genf in der Schweiz ins benachbarte Lullin, das südlich des Genfersees – allerdings in Frankreich – zu finden ist.


Reko-Schein

siehe unter Einschreiben weiter oben!


Rohrpost

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Rohrpostsysteme in vielen europäischen Städten installiert, etwa 1899 in Wien, 1865 in Berlin, 1866 in Paris

Obige Berliner Karte wurde von der Station R25 (Charlottenburg) nach Station 47 – diese Zahl findet sich sowohl im Ankunftsstempel als auch auf der Karte mittels Rötelstift.

Diese Wiener Karte wurde von Station 101 zur Station 50 auf den Weg geschickt. Gut zu sehen ist der Bug in der Mitte der Karte.

Diese französische Marke zeigt das System einer RP-Anlage: ein Rohr in der ein Hohlkörper durch Pressluft oder Vakuum auf den Weg geschickt wird.

Rohrpostanlagen sind meist stillgelegt, da es andere – raschere – Nachrichtenübermittlung gibt (Telefon, Telex, Fax…). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass etwa die Charité noch heute tausende zylindrische Behälter mit Patientenproben oder Formularen mit Rohrpost hausintern verschickt. Auch das Bundeskanzleramt in Berlin nutzt das hausinterne Rohrpostsystem häufiger, seit der NSA-Skandal bekannt wurde.


Rollenmarken

Briefmarken gibt es in Bogen, Kleinbogen, Markenheftchen, einzeln oder in Rollen. Rollenmarken können entweder für den Hausgebrauch in kleinen Mengen (zB 50 Stück) abgegeben werden oder für Grossabnehmer in Rollen zu 500 Stück. Sie können nassklebend oder selbstklebend sein.

Auf diesem Brief wurden verschiedene Rollenmarken verklebt.


Rollenstempel

Sie werden immer dann eingesetzt, wenn man den Brief von rechts nach links oder von oben bis unten bestempeln will. Die Stempel werden automatisch eingefärbt, während die andere Seite stempelt – eigentlich sind es Endlos-Stempel.


Rückantwortschein

siehe Antwortschein weiter oben!


Sächsische Schwärzung

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Sachsen die Abbildungen des „Führers“ auf Marken geschwärzt.

Postanweisungen wurden zudem gelocht – ein typisches Merkmal dieser Sächsischen Belege.


Sackstempel

siehe unsere Stempelgalerie


Schiffspost

Post kann per Boten, Kutsche, Auto, Flugzeug oder Schiff transportiert werden. Die Poststelle schlägt auf dem Schiff einen Schiffsstempel ab.

Schiffspost-Stempel der Firma Maiden Voyage auf der Route Göteborg – New York mit der M/S Kungsholm aus 1953.


Schwarzdrucke

S. sind Drucke etwa der Österreichischen Post – sie werden ohne Andruck irgendeiner Farbe, ausser Schwarz, hergestellt.

Die Schwarzdrucke (rechts) dienen nur den Sammlern; als Porto sind sie unzulässig.


Schwärzung

Während des Inner-Deutschen Postkrieges zwischen der DDR und BRD wurden von der jeweiligen Gegenseite unliebsame Themen auf Briefmarken geschwärzt.

Die bekannteste Marken, die von den DDR-Beamten geschwärzt wurden, war jene, die die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten nach dem Zweiten Weltkrieg darstellte.


Sonntagsmarken

die Belgische Post versah um die 1900er-Jahrhundertwende die Marken mit einer perforierten Allonge mit dem Vermerk „Ne pas livrer le dimanche“ was so etwas wie „Keine Sonntagszustellung“ heisst, der Briefträger musste also nicht ausrücken. Riss man die Allonge ab, so störte man uU die Sonntagsruhe des Postlers. 

Die Marke zeigt Leopold II. – König der Belgier, der den Kongo-Freistaat als Privatkolonie ausbeutete. Sonntagsarbeit war bei den Sklaven selbstverständlich! Mein Exponat „Mord im Kolonialstil“ ist in Arbeit! 


Specimen

siehe unter Muster


Stadtpost

Man könnte darunter auch eine Ortskarte meinen. Allerdings bezeichnet es eine private Postanstalt, die in einem Gebiet – meist Stadt – neben der staatlichen Post ihren Postservice anbietet.

Lipsia ist der lateinische Name für Leipzig. Auf Altpostgeschichte.de findet man folgenden Hinweis: Grundlage für den folgenden Beitrag sind Artikel von Sven Kolditz aus dem Rundbrief 88 der Forschungsgemeinschaft Sachsen e.V. Seiten 85 bis 86 und von M.v.Meyeren aus dem Rundbrief 101 des Vereins für sächsische Postgeschichte und Philatelie e.V. Seiten 4 bis 21. Weiterhin liegt mir eine ein Artikel des kgl. sächs. Ober-Postamts-Sekretär G.F.Hüttner von Oktober 1847 Beiträge zur Kenntnis des deutschen Postwesens Sechstes Heft Seiten 3 bis 17 vor. In dem Artikel von Hüttner wird die Briefbestellung in Leipzig explizit für die Zeit 1838 bis 1847 dargestellt. Die beginnende Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19.Jahr. nach dem Wiener Kongress lässt den postalischen Handels- und Geschäftsverkehr anwachsen. Damit einhergehend findet ein Bevölkerungswachstum und eine flächenmäßige Vergrößerung von Städten und Gemeinden statt. So auch in Leipzig. Die Stadt wuchs die Bevölkerung von ca. 36.000 Einwohnern um 1819 auf gut 66.700 Einwohner um 1852. Ein Ergebnis dieses Wachstums war auch das wachsende Bedürfnis nach Kommunikation und Informationsaustausch zwischen den Kaufleuten und Gewerbetreibenden, den staatlichen Institutionen und schlussendlich zwischen den Menschen selber. Um das erhöhte Postaufkommen zu bewältigen, wurden Wege gesucht, das „Postmanipulationswesen“ zu vereinfachen und zu beschleunigen. Die Bearbeitung der Post erfolgte in der Regel nach Bedarf oder nur einmal am Tag. Durch die Stadtposten wurde eine Beschleunigung der Briefbestellung erreicht. Hier sollten „sämtliche mit den Posten angekommene und nach Leipzig und der Umgebung bestimmte Briefe, sowie die in Leipzig geschriebenen und nach Leipzig oder der Umgebung gerichtete Briefe zusammenfließen, um der Verteilung an ihre Empfänger zugeführt zu werden.“ (Hüttner a.a.O.S3) Dabei lag die Gründung der Leipziger Stadtpost für die Sammlerschaft nach 1945 bis Ende 2015 auf Grund nicht bekannter bzw. vergessener Hinweise im Dunkeln. Erst die beiden o.g. Veröffentlichungen der Sammlerfreunde Kolditz und v.Meyeren brachten dieses Datum wieder in das philatelistische Bewusstsein. Schon am 15. Dezember 1828 wurde die Einrichtung einer Stadtpost in Dresden mit Wirkung zum 01.01.1829 dem allgemeinen Publikum durch das Leipziger Oberpostamt bekannt gegeben. Hierbei wurde die Adresse der Stadtpostexpedition, die Adressen der 15 Briefsammlungen, die Organisation der Stadtpost und die Bestellgebühren angegeben. In Leipzig wurde die Stadtpost erst mit dem Umzug der Post vom alten Amtshaus in das neu gebaute Postgebäude im Oktober 1838 eröffnet. Die Arbeit wurde lt. einer Anzeige in der Frankfurter Ober-Postamts-Zeitung vom 18.Okt.1838 (Beilage zu Nr.28 8 um 17:00 Uhr im neuen Postgebäude aufgenommen. Die Stadtpost selbst ist bereits am 15.Oktober in Wirksamkeit getreten.


Stammkarten

siehe Archivkarte


Stempel

St. dienen zur Entwertung von Briefmarken durch die Post, um eine Wiederverwendung zu verhindern (Manipulationen zum Schaden der Post). Gebräuchlich waren Handstempel samt Stempelkissen. Mit aufkommender Bildung [früher konnten nicht alle Leute lesen & schreiben – zum Unterschied zu heute?] und notwendiger Kommunikation wurde versucht, die Stempelung von Briefen zu automatisieren. Über Maschinenstempel, Tintenstrahldrucker samt anschliessender Sortierstrasse kommen wir demnächst zur individuellen Briefmarke mit QR-Code, in dem etwa Absenderpostamt, Datum, Uhrzeit und Empfänger & Postamt codiert sind und die Marke somit kein zweites Mal verwendet werden kann.

Die Post überlässt aber auch die Freimachung der Briefe dem Kunden durch Freistempel oder Absenderfreistempel. Gebräuchlich sind etwa Frankit-Maschinen. Auch hier kommt oft ein QR-Code zum Einsatz, der mehr Informationen enthält, als man dem Stempel real entnehmen kann.

Spass muss sein – Ähnlichkeiten mit René Descartes wären rein zufällig!


Stempelformen

siehe unsere Stempelgalerie


Steuermarken als Briefmarken

Briefmarken für Briefporti und Steuermarken für Gebühren sind grundsätzlich verschiedene Einnahmen des Staates. Allerdings gab es Staaten oder Inseln, die es zugelassen haben, dass Marken für beide Gebühren, Porto (Postage) und Steuern (Revenue) verwendet wurden.  


Streifenband

siehe Zeitungsschleife


Stummer Stempel

Will man nicht offenbaren, wo ein Brief versendet wurde, muss man dies durch einen Stummen Stempel verbergen. Dies tritt meist in Kriegs- oder Krisenzeiten ein.

Bei diesem Stempel der Deutschen Wehrmacht erkennen wir nur das Datum und die codierte militärische Einheit.


Telegramm

Telegramme sind oftmals sehr dekorativ. Da sie hin und wieder im A4-Format gedruckt wurden, hat man genügend Platz, um diese Blätter künstlerisch zu gestalten.

Italienisches Telegramm mit Werbung für Karamell-Süssigkeiten. Eine kleine Sammlung von Telegrammen findet man unter „Ankomme Freitag den 13ten


Thematische Philatelie

Wem Ländersammlungen oder das Sammeln von speziellen Motiven auf Marken zu langweilig erscheint, kann sich mit der thematischen Philatelie befassen. Dabei wählt man ein Thema und gestaltet innerhalb des Themas eine kleine Sammlung von philatelistischen Belegen, die der Reihe nach betrachtet eine kurze oder lange Geschichte erzählen. Will man an Wettbewerben teilnehmen, muss man sich an Regeln halten, die beim jeweiligen Veranstalter zu erfragen sind. 

Dieser Beleg aus dem Jahre 1943 zeigt Galileo Galilei in Rom, der Brief wurde in Rom freigemacht und er wurde zensuriert. Deshalb wurde er in mein Exponat über das Leben und den Mord an René Descartes eingebaut.


Telegraphenmarken

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Telegraphenmarken – einerseits zum Bestätigen einer Gebührenrechnung (unten links), andererseits zur postalischen Weiterleitung an ein Telegrafenamt, wo der Service dann tatsächlich durchgeführt wird (unten rechts).

Fragment Bestätigung der französischen Post (links), rechts eine Marke der KuK Post aus einem Ort mit dem bemerkenswerten Namen Koma.


Überdruck

Postanstalten müssen sparsam agieren – werden Briefmarken aus bestimmten Gründen nicht mehr benötigt (Währungsreform. politische Änderungen…) werden vorhandene Briefmarkenbestände nicht entsorgt, weil neue Marken so rasch nie verfügbar sind. Die „alten“ Marken werden überdruckt.

Am 14. März 1939 trennt sich der Slowakische Staat von der Tschechoslowakei. Briefmarken werden nun dementsprechend überdruckt.


Ungezähnte Marke

Briefmarken werden in Bogen gedruckt und nach dem Druck werden sie perforiert, Wird dies unterlassen, müssen die Briefmarken händisch ausgeschnitten werden. Werden sie falsch perforiert kommt es zur Verzähnung.

Oben der ungezähnte Block – Schiller & Goethe friedlich nebeneinander.


Versteckte Mitteilungen mit Marken

Verschwörungstheorien sind ein geliebtes Thema meinerseits. So manche dieser Hirngespinste (wie es die Besserwisser nennen) bewahrheiten sich erst zB nach Öffnung von Archiven. Manche Gerichtsakten werden auf Jahre unter Verschluss in Archiven gehortet und werden erst nach ein paar Generationen öffentlich. Das nährt Theorien aller Art. Hiereine Begebenheit aus den Dreissigerjahren des 20. Jahrhunderts:

Zwischen Versailles und Zweitem europäischen Krieg, der ab 1941 ein Weltkrieg wurde, war vor allem das Jahr 1934 durch blutige Auseinandersetzungen in Österreich gekennzeichnet – eigentlich war es ein Bürgerkrieg verschiedener politischer Gruppen, die meinten, man könne Konflikte am besten mit Waffen lösen. Obwohl und weil diese Zeit explosiv war, gab es dennoch auch Personenkreise, die im Stillen wirkten – so die österreichischen Winzer. Sie wollten sich gegen die Weinimporte aus Italien wehren und nahmen die Philatelie zu Hilfe. 1934 soll die allererste Trachtenserie an die Postschalter kommen. Als Protest gegen den vergorenen Rebensaft aus dem Lande Mussolinis setzte man die Ohren des Winzers verkehrt an des Winzers Kopf ins Markenbild der blauen 6-Groschen-Marke (Michel 571 I) – 1935 wurde der Fehler mit einer zweiten Auflage korrigiert (Michel 571 II). Die gute alte Zeit lässt grüssen…

   

    Michel/ANK 571I                    Michel/ANK 571II


Verzähnung

siehe Ungezähnte Marken! Verzähnungen kommen bei Bogen, Blocks, Automatenmarken etc. vor.

Diese Automatenmarken wurden stark verzähnt!


V-Mail

V-Mails wurden vor allem bei den US-Streitkräften verwendet. Das Postaufkommen der Marine, der Air-Force und des Heeres war während aller Kriege enorm. Im Zweiten Weltkrieg ging man wie folgt vor: Die Post wurde mikroverfilmt (Mikro-Fiches) und gelangte zu Postzentralen, in denen diese Mikrofilme ausgedruckt und in Folge zugestellt wurden.

V-Mail aus 1943…..

…. samt Zustellungskuvert.


Vorbinde-Zettel

Die Infos dazu stammen aus Jörg Kaula (2009): „Der Postbetriebsdienst des Deutschen Reiches 1929 – 1938“. Es handelt sich dabei um ein Thema zur Bahnpost. Das funktionierte mit viel Personal sehr gut, denn Post wurde im Zug zur Ausgabe vorsortiert. So war es damals möglich Briefe innerhalb von einem Tag hunderte Kilometer weiter zuzustellen – Zustände von denen wir heute nur träumen können, obwohl alles zentral bearbeitet wird, die Post per LKW und Flugzeug transportiert wird.

Beispiele für Vorbindezettel:

Vorbindezettel Zug 69022 Erfurt – Meiningen & Zug 66 Münster – Norddeich


Vorführstempel

Vertreter bzw. Verkäufer von Stempelmaschinen (Frankit, Postalia etc.) besuchten Kunden mit Stempelmuster oder den Kunden wurden solche Muster (Specimen) übergeben, um einen Kaufabschluss zu tätigen.

Postalia-Vorführstempel aus 1984 für Graf Brennstoffe Nürnberg.


Vorphila

Am 1. Mai 1840 läutete England das Zeitalter der Briefmarken ein. Alle Korrespondenz vor den ersten Briefmarken eines jeden Landes nennen wir Vorphila. Damals war es oft üblich, dass das Porto vom Empfänger zu entrichten war. Mit den Briefmarken wurde das Porto nun vor der Erbringung der postalischen Leistung vom Kunden verlangt; ja, die gute alte Zeit…

Meist wurden die Briefe kunstvoll aus einem A3-Blatt gefaltet und zuletzt mit einem Wachssiegel verschlossen.


Wasserzeichen

Menschen neigen aus Gier dazu zu betrügen. Seien es nun Abgase oder Briefmarken: um dies bei den kleinen Kunstwerken zu verhindern, wurden und werden in das Papier Wasserzeichen durch verschiedene Papierstärken eingearbeitet. Einige Beispiele gibt es dazu in meinem Exponat „Im Land der Mitternachtssonne“ aus Schweden.


Werbeallonge

Im Gegensatz zur Fernsehwerbung lieben die meisten Philatelisten Werbeallongen, die auf Randstücken mancher Marken zu finden sind. Aber es gibt sie auch in gleicher Grösse wie die Briefmarke.

Hier finden wir einen Teil eines Briefmarkenheftchens (Booklet) aus dem Deutschen Reich mit dem Konterfei Hindenburgs, wo um Unterstützung des Roten Kreuzes aufgerufen wird.


Wertbrief

Geld konnte und kann man auch im Brief versenden. Wertbriefe sind aussen als solche gekennzeichnet – heute neigt man eher dazu, solche Briefe möglichst unscheinbar zu versenden.

Schöner Wertbrief, der uns an die Zeit des Jugendstils erinnern soll. In manchen islamischen Ländern wird noch heute die Strafamputation für Diebstahl exekutiert.


Zahlschein

Formulare zur Übertragung von Geldbeträgen durch den Briefträger lagen früher bei den Postämtern auf – sie sind verschwunden, denn heute ist E-Banking angesagt.

Ein bemerkenswertes Zeitdokument – „damals“ konnte man mit 1 Schilling noch jemandem eine Freude bereiten….


Zählungsallongen

Die Postverwaltungen wollten den Postlern das Zählen der vorrätigen Briefmarken zB bei Inventuren oder die Abgabe derselben an Kunden erleichtern. Briefmarken, die in Bogen gedruckt werden, haben meist Zählallongen auf dem oberen Bogenrand.

Bogen der 2-Pfennig-Ziffernserie aus den Jahren vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland.


Zähnung

Die Z. einer Marke kann mitunter zu deren Wert wichtig sein – etwa, wenn 99% einer Auflage in einer bestimmten Zähnung perforiert und aus Absicht oder Versehen ein kleiner Rest von 1% mit einer zweiten Zähnung perforiert wurde.

Faserverstärkte Marken aus Deutschösterreich mit Ansicht des Wiener Parlaments.


Zeitungsausschnitt mit Zeitungsstempel-Marke

Zeitungen wurden früher mit der Post zugestellt. Eine Gebühr war hierfür zu entrichten. Oftmals wurden die Marken mit der Zeitung mitgedruckt (Ganzsache) oder aufgeklebt. Vielfach waren es allerdings Zeitungsstempel-Marken, dh die ausländischen Verleger bezahlten gleich die Gebühr mit – es war also so etwas wie Protektionismus für die heimische Presse.

Die Fliegenden Blätter wurden in München aufgelegt – somit waren Zeitungsstempel-Gebühren zu entrichten.


Zeitungsstempelmarke

auch unrichtig Zeitungsmarke genannt.

Marke aus dem österreichischen kgl. Kaiserreich (KuK).


Zeitungssschleife

Die Zeitungsschleife (Streifenband) dient der Verpackung und dem Versand von Zeitungen. Teilweise wurden die Marken auf die Z. aufgedruckt (Ganzsache).

Sehr dekorativ wurden die Z. des Berliner Offertenblattes gestaltet.


Zensur

Schon immer wollten Menschen wissen, wie und was andere Menschen denken und schreiben. Meist geht und ging es ja um die Werte, um Wertmassstäbe, die die Bürger bei ihren Regierenden anlegten. Auch heute streitet man in der Politik um Werte; was ist es wert, ein Wert zu sein. Dafür wurden und werden Telefone angezapft, Briefe geöffnet oder staatliche Trojaner auf Computer geschmuggelt. Oft merkten und merken die Bürger von den fiesen Machenschaften der Herrschenden nichts, etwa zur Zeit der DDR. Hier wurden Briefe geöffnet, gelesen und wieder verschlossen. Schreiber und Empfänger merkten davon nichts, denn es wurden keine Vermerke angebracht. Zu Kriegszeiten zensurieren die Staaten besonders genau, meist vermerken sie es auf den Briefen, dass diese mitgelesen worden sind. In vielen Staaten gibt es ein Briefgeheimnis, ob es eingehalten wird, wissen wir nie 100%ig. 

Grundsätzlich unterscheidet man militärische und zivile Zensur – hier wird dem Empfänger mittels Stempel zur Kenntnis gebracht, dass sein Brief von der Staatspolizei gelesen wurde.

Zensurbrief von München nach Trier

Ein wenig postgeschichtlicher Hintergrund zum Zensurstempel:

Die Regierungsgewalt für die westlichen Zonen Deutschlands lag ursprünglich beim obersten Hauptquartier, Alliierte Einsatzwaffe (SHAEF, Supreme Head­quarters Alliied Expidionary Force), dessen Heeresführer der Amerikaner Dwight D. Eisenhower war. Die westlichen Alliierten hatten sich rechtzeitig auf die Übernahme der Regie­rungsgewalt vorbereitet, indem sie die sogenannten Schubladengesetze vorbe­reitet hatten. Auch in der amerikanischen Besatzungszone bildete so das Gesetz Nr. 76 der Militärregierung Deutschland dann die Grundlage für den Postverkehr. Dieses Gesetz untersagte zunächst jeglichen Postverkehr und kündigte für seine Wiederaufnahme Zensurmaßnahmen an:

Gesetz Nr. 76 Artikel III Zensur

8. Jeder durch die Post beförderte Schriftwechsel, alle auf die­sem Wege beförderten privaten Schriftstücke und Urkunden so­wie alle Mitteilungen mittels Fernsprecher, Fernschreiber, Tele­graf und Funkdienst müssen nach Wiederaufnahme des ent­sprechenden Dienstes die Zensurbestimmungen der Militärre­gierung beachten und dürfen nur auf dem behördlich zugelasse­nen Wege übermittelt werden. Mitteilungen, private Schriftstücke und Urkunden im Besitz von Zivilpersonen sind ebenfalls der Zensur unterworfen.

9. Die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes gültigen Bestimmungen sind die „ZENSURBESTIMMUNGEN FÜR DIE ZIVILBEVÖLKE­RUNG IN DEUTSCHLAND UNTER DER HERRSCHAFT DER MILI­TÄRREGIERUNG“. Abschriften dieser Bestimmungen werden, so­weit wie möglich, in jedem Postamt aufliegen und im Amtsblatt der Militärregierung veröffentlicht. Diese Bestimmungen können von Zeit zu Zeit ergänzt oder abgeändert werden.

10. Die Beamten und Angestellten der Reichspost haben alle zweckdienlichen Schritte zu unternehmen, um eine vollständige Einhaltung der Zensurbestimmungen zu gewährleisten und eine Umgehung der Zensur zu verhindern.

Als sich das Ende von SHAEF abzeichnete, richteten sich die Amerikaner eine eigene Zensurorganisation ein. Zu diesem Zweck wurde die Civil Censorship Division (CCD) gegründet. Diese Organisation bestand aus zwei Arten von Brief­prüfstellen: principal stations (Hauptprüfstellen)sowie field stations (Außenstellen der Hauptprüfstellen. Anfangs waren 3 principal stations im Einsatz:

Group A in München (Dienstbeginn 18.06.45, zuständig für den Eastern Military District)
Group B in Offenbach (Dienstbeginn 01.07.45, zuständig für den Western Military District)
Group C in Berlin (Dienstbeginn 10.09.45, zuständig für den amerikanischen Sektor von Berlin)

Die Zensurstelle Offenbach zog später nach Frankfurt/Main um und wurde dort auch als Group F geführt.

Am 01.10.45 erfolgte die Trennung von Truppenführung der U.S. Army und der Militärregierung. Analog wurde auch die Zensur-Organisation angepasst:

CCD Group A in München: Diese Zensurstelle war für Bayern zuständig. Ihr war eine field station in Nürnberg zugeordnet, welche am 27.08.46 nach Kulmbach umzog und dort als Group D geführt wurde.
CCD Group B in Frankfurt/Main, die für Hessen zuständig war.
CCD Group C in Berlin, deren Zuständigkeitsbereich der amerikanische Sektor von Berlin war.
CCD Group E mit Sitz in Esslingen. die Zensurstelle gehörte erst als Detachment E zur CCD Group B und wurde am 23.11.45 in Group E umbe­nannt. Die Stelle war für den amerikanisch besetzten Teil von Württemberg und Baden zuständig. Ihr war eine field station in Karlsruhe zugeordnet.
CCD Group ? in Bremen. Diese Zensurstelle bestand nur vom Herbst 1945 bis zum Frühjahr 1946.

Die Zensurstellen Esslingen und Kulmbach wurden im April 1947 geschlossen, ihre Aufgaben gingen auf die Zensurstelle Offenbach über. Diese wurde am 18.08.47 geschlossen. Am 15.10.47 wurden die Zensurbestimmungen in der amerikanischen und in der britischen Besatzungszone aufgehoben. In den Jahren 1948 bis 1950 erfolgten lediglich noch Devisenkontrollen.

[Redaktionell aus dem Thema „Alliierte Besetzung SBZ: Schöne Belege“ kopiert – dann von Philaseiten.de entnommen]


Ziffernserie des Alliierten Kontrollrates

Gefunden auf dieser Seite (der obige Gebührenzettel kostete 40 Pf.)

Das Thema rund um die obige Gebührenordnung scheint weitläufiger zu sein – deshalb hat sich eine Arbeitsgemeinschaft (Arge Kontrollrat 1946/48 e. V.) gebildet, die sich mit dieser Thematik befasst. Einfach auf die untenstehende Marke (24 Pf.) klicken und man kommt dorthin, wo man rasch eine Antwort auf Fragen bekommt. 

Mit 24 Pf. konnte man einen Brief bis 20 Gramm im Fernverkehr versenden!


Zollausschlussgebiet

Das Kleine Walsertal (vulgo Kleinwalsertal) ist mit dem Auto nur über Deutschland erreichbar. Allerdings kam man dort nicht in den Genuss günstiger Treibstoffpreise, und seit 1995 gehören Deutschland und Österreich zum gleichen Wirtschaftsraum und somit sind alle Zollschranken gefallen. Postalisch allerdings gibt es Sondertarife, allerdings seit die Leute kaum mehrr Briefe schreiben, ist auch dieser Vorteil obsolet. Allerdings kann man sowohl nach Deutschland und Österreich zum Inlandstarif Briefe versenden, so man dies will. Die Postämter verfügen über deutsche und österreichische Stempel.

Links sehen wir einen sogenannten Wiegemesserstempel, der im Kleinen Walsertal verwendet wurde, um dem Postkunden kund zu tun, dass seine Post zu einem Sondertarif befördert wird. Bei der gängigen Benennung von Poststempeln hilft das Buch von Goedicke & Werdermann (2016) über „Die Bezeichnung der Poststempelformen„.


Zusammendruck

Zusammendrucke sind mitunter Spielereien der Drucker oder Druckereien  

Das Brandenburger Tor wird hier mit Leerfeld und Kehrdruck produziert. 


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