Beleg des Monats

 

 

Philatelie soll ja nicht nur eine ernste Beschäftigung sein. Die Thematische Philatelie lässt zahlreiche geistige Bocksprünge zu – hin und wieder findet sich ein Beleg, der so prägnant, so typisch ist, dass man meinen könnte, es sei Mache. In der Philatelie ist ja vieles Mache, denken wir an die vielen Ersttagsbriefe, die Gefälligkeitsabstempelungen usw. 

Auf dieser Seite können uns Autoren Texte samt Abbildungen zusenden – wir werden versuchen so viel wie möglich zu veröffentlichen!  


September 2018 – Postler müssen rechnen…

Die EU macht Vieles möglich – und 2002 mussten unsere Postler im Kopf oder besser auf Maschinen rechnen, denn ab Neujahr verausgabte die Post Ergänzungsmarken ohne Wertangabe; den Wert musste der Postler selbst berechnen und händisch in die Marke eintragen. Eine Abgabe von Blanko-Marken an den Postkunden ist strengstens untersagt. Mit 31.05.2003 enden sowohl die Ära dieser Marken und als auch hält man so manche schier unlösbare Herausforderung von den Postlern fern.

Die Gemeinde Gaschurn-Partenen informiert über die Post in Partenen wie folgt: "Das Postamt Partenen wurde am 21. November 1925 im Haus Nr. 10 eröffnet. Vor diesem Zeitpunkt befand sich im Haus Nr. 9 eine Postablage. Die Post wurde damals nicht zugestellt, sondern sie konnte dort abgeholt werden. Mit der Eröffnung des Postamtes im Jahre 1925 konnten auch Ein- und Auszahlungen beim Postamt vorgenommen werden, Sendungen wurden damals aber nur im Ortskern zugestellt. Mit der Eröffnung der ersten Postautolinie im Montafon am 14. Juni 1927 zwischen Schruns und Partenen hatte das Postamt zu seinen übrigen Aufgaben auch die Funktion eines Streckenamtes zu erfüllen. Am 15. Juli 1929 wurde beim Postamt Partenen eine öffentliche Sprechstelle in Betrieb genommen. Ab diesem Zeitpunkt wurde auch die Telegrammübermittlung über Fernsprecher durchgeführt. Ab dem Jahre 1938 wurde die Zustellung über den Ortskern hinaus erweitert. Im selben Jahr wurde im Silvrettadorf eine Postablage errichtet. Zu dieser Zeit waren beim Postamt Partenen 5 Leute beschäftigt. Die Zustellung der Postsendungen wurde auch im Arbeitslager Vermunt vorgenommen. Im Laufe des Jahres 1948 wurde das Postamt etwas modernisiert und zu dem bestehenden Amtsraum noch ein kleiner Raum angemietet. Infolge einer Lawinenkatastrophe im Jahre 1954 war die Ortschaft Partenen und damit auch das Postamt eine volle Woche von der Außenwelt völlig abgeschnitten, da auch die Telefonvrbindung unterbrochen war. Die Post wurde von den Bediensteten des Postamtes Partenen und einigen freiwilligen Helfern, auf Schiern bei der 8 km entfernten Ortschaft St. Gallenkirch abgeholt. – Im Jahre 1986 übersiedelte die Post in das neue Gebäude, Partenen HNr. 8. – Im Jahre 2002 wurde das Postamt Partenen endgültig geschlossen". Der Autor möchte an dieser Stelle auf die besten Kässpätzle hinweisen, die es im weiten Umkreis gibt…

Wir erhielten von Dr. Helmut Seebald, Hörbranz, noch eine bemerkenswerte philatelistische Ergänzung:  Während des Krieges war auf der Bielerhöhe die Illwerkebaustelle, die von der Poststelle Dorf Silvretta / Parthenen betreut wurde. Auf der Bielerhöhe arbeiteten Kriegsgefangene, Fremdarbeiter und Ostarbeiter, wie auch auf den anderen Baustellen der Illwerke im Montafon. Nach dem Krieg setzten den Bau Displaced Persons und Internierte fort: 

Brief eines Deutschen vom Dorf Silvretta vom 7.5.1946 über die französische Zensur Bregenz und die US-Zensur Esslingen nach Kressbronn.

Brief von Pohorelice / CSR über die französische Zensur Bregenz an einen sudetendeutschen Flüchtling in das Gefangenen-Lager Silvretta Dorf.

 


 

August 2018 – Der "Postreiter" in der Inflationszeit

Zwischen 1921 – 1923 wurden viele Postkarten mit dem Werteindruck "Postreiter" gedruckt und auch verwendet. Allerdings unterlagen auch die Postgebühren der damaligen Inflation. Da die Karten in hohen Auflagen gedruckt waren, sollten sie auch aufgebraucht werden und somit kam es zu Zudrucken und zahlreichen Auffrankierungen, die ein bemerkenswertes Sammelgebiet darstellen. Damian Läge präsentierte anlässlich der Mübria 2018 sein hochbewertetes Exponat der Öffentlichkeit. Die Postgebühren der damaligen Zeit und ein paar Belege werden hier präsentiert:

Quelle: Exponat von Damian Läge, modifiziert.

Die Inlandsfernkarte zu 40 Pfg wird mit weiteren 40 Pfg auffrankiert, um sie am 24.8.1921 als Auslandspostkarte (Niederlande) zu verwenden.

Die Inlandsfernkarte zu 40 Pfg wird auf 1,25 Mark auffrankiert, um am 15.6.1922 portogerecht als Fernkarte versendet zu werden.

Die ehemalige Inlandsfernkarte zu 40 Pfg wird von der Post mit einem Rosetten-Zudruck zu 35 Pfg ergänzt und könnte als Ortskarte verwendet werden. Der Absender klebt weitere 75 Pfg dazu und verwendet sie am 1.8.1922 als Auslandskarte.

 

Wir können uns vorstellen, dass es Hunderte von Kombinationsmöglichkeiten gibt – das macht diese Karten zu einem Sammelgebiet ohne absehbares Ende. Einen Beginn habe ich hier zusammengestellt…. (cmb)

 


Juli 2018 – Wertbehandlungsgebühr

In der Briefmarke 7-8/2018 wird von Herrn Andreas Raffeiner über die Ziffernserie des Alliierten Kontrollrates berichtet. Er bildet dabei die 50 Pf-Marke ab und beschriftet sie mit Wertbehandlungsgebühr, Paketdienst, Füllwert.

Einen solchen Beleg konnte ich zwar finden, kann ihn aber derzeit nicht interpretieren – Geduld!

Gefunden auf dieser Seite (der obige Gebührenzettel kostete 40 Pf.)

Das Thema rund um die obige Gebührenordnung scheint weitläufiger zu sein – deshalb hat sich eine Arbeitsgemeinschaft (Arge Kontrollrat 1946/48 e. V.) gebildet, die sich mit dieser Thematik befasst. Einfach auf die untenstehende Marke (24 Pf.) klicken und man kommt dorthin, wo man rasch eine Antwort auf Fragen bekommt. 

Mit 24 Pf. konnte man einen Brief bis 20 Gramm im Fernverkehr versenden!

(cmb)

 


Juni 2018 – Briefmarkenheftchen

Bei Währungsumstellungen (auf €), Portoerhöhungen ist es hilfreich, wenn kleine Werte zur Hand sind. Dafür legt die Post entweder Rollenmarken oder Briefmarkenheftchen auf. Kenntlich sind die einzelnen Blätter daran, dass die Marken am Rand keine Zähnung aufweisen.  

Dieses Blatt aus einem Briefmarkenheftchen wurde gänzlich als Frankatur verwendet (gesamt € 1,00).

(cmb)

 

Mai 2018 – Zensurpost

Schon immer wollten Menschen wissen, wie und was andere Menschen denken und schreiben. Meist geht und ging es ja um die Werte, um Wertmassstäbe, die die Bürger bei ihren Regierenden anlegten. Auch heute streitet man in der Politik um Werte; was ist es wert, ein Wert zu sein. Dafür wurden und werden Telefone angezapft, Briefe geöffnet oder staatliche Trojaner auf Computer geschmuggelt. Oft merkten und merken die Bürger von den fiesen Machenschaften der Herrschenden nichts, etwa zur Zeit der DDR. Hier wurden Briefe geöffnet, gelesen und wieder verschlossen. Schreiber und Empfänger merkten davon nichts, denn es wurden keine Vermerke angebracht. Zu Kriegszeiten zensurieren die Staaten besonders genau, meist vermerken sie es auf den Briefen, dass diese mitgelesen worden sind. In vielen Staaten gibt es ein Briefgeheimnis, ob es eingehalten wird, wissen wir nie 100%ig. 

Grundsätzlich unterscheidet man militärische und zivile Zensur – hier wird dem Empfänger mittels Stempel zur Kenntnis gebracht, dass sein Brief von der Staatspolizei gelesen wurde. (cmb)


April 2018 – Block

Ähnlich einem Häuserblock reihen sich beim philatelistischen Block Marke an Marke. Mitunter kann dabei eine Marke im Mittelpunkt stehen oder sie reihen sich diszipliniert neben- und untereinander.

König Drosselbart wurde von den Gebrüder Grimm 1810 aufgeschrieben. Das Märchen handelt von Leichtsinn und Hochmut, Arbeit und Demut, letztlich um soziale Ungerechtigkeit. Deswegen wurden die Grimms ja auch des Landes verwiesen.

Da fällt mir übrigens ein Witz (Grünwald!) ein: Warum geht ein König zum Zahnarzt? Naja, ganz einfach: weil er eine neue Krone braucht. (cmb)


  

März 2018 – Forwarder-Brief

Ein besonderer Brief aus Deutschland (Preußen) über die Schweiz nach Feldkirch (1853)

FORWARDER-Brief (über einen Boten gelaufen), geschrieben von Friedrich W. Paas in COELN (Köln) am 27. Sept. 1853, auf der Vorderseite mit dem blauen ovalen Firmenstempel (unter dem roten Tagesstempel von St. Gallen) versehen und an den "Forwarder" Steinemann und Recknagel aus St. Gallen übergeben (Ovalstempel auf der Rückseite – siehe nächste Abb.). In St. Gallen am 1. Okt.  1853 abgestempelt und nach Feldkirch spediert; dort am gleichen Tag mit dem Ankunftsstempel (rückseitig) versehen.

Der Empfänger, die Firma Getzner & Co., hatte zu dieser Zeit eine Textilfabrik in Feldkirch (später abgebrannt) und benötigte Soda (Natriumcarbonat) für die Stoffbearbeitung. Dieses aus England zu beziehende Produkt wird vom Händler in Köln zu (noch) günstigen Preisen angeboten.

Das Porto von 10 Rp. war lt. Vertrag vom 1. November 1852 zwischen der Eidgenossenschaft und dem Deutsch-Österreichischen Postverein die korrekte (recht niedrige) Taxe für den Grenzrayon (Rayon limitrophe R L bis 5 Meilen = 37,5 km in direkter Entfernung ohne Grenzberücksichtigung).  Das reguläre Porto für den Weg Preußen – Österreich hätte 9 Kreuzer plus ev. 3 Kreuzer für den Transit durch die Schweiz = 12 Kreuzer betragen. Die 10 Rp. entsprachen 3 Kreuzer CM. Ein beträchtliche Portoersparnis.

Die Höhe der Vergütung an den Forwarder ist nicht ersichtlich bzw. nicht bekannt und dürfte individuell unterschiedlich gewesen sein. (Text & Fotos von Gerhard)

Forwarder-Rückseite.


Februar 2018 – Innerdeutscher Postkrieg

Auch wenn immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Mauern zwischen Ost- und Westdeutschland platt gemacht wurden – es entstanden entlang des Grenzstreifens wunderbare Naturschutzgebiete – so weisen Politiker hin und wieder darauf hin, dass man auch die Mauern im Herzen beseitigen müsse. Jahre zuvor gab es einen innerdeutschen Postkrieg – Ost und West zensurierten Briefe durch Transportstopp und Rücksendung, weil die aufgeklebten Briefmarken dem jeweils Anderen nicht genehm waren. Die Marken wurden mit grauer Farbe überpinselt und der Brief an den Absender retourniert.

 

Diese Marke zu 50 Pfennig war der DDR-Regierung suspekt. Im Geäst vermuteten die Ost-Politiker das Abbild Adolf Hitlers, das natürlich nicht in die Gesinnung der Arbeiter und Bauern passen durfte. Heute dürfen wir beiderseits der Naturschutzgebiete über diese Reaktion lachen…. (cmb)


Jänner 2018 – Der Pilzsammler

Früher, in diesem Falle 1991, lud man Mitglieder eines Vereins in der Schweiz noch per Karte zu einer Jahreshauptversammlung. Man macht es noch heute – allerdings meist mit elektronischer Post – und hat somit keine Chance an einen typischen – ja humorvollen – Beleg zu kommen. 

Der Freistempel wird mit einem Hasler-Gerät "F88" abgeschlagen und der Briefträger versucht die Einladung Herrn Frei zu bringen, den er allerdings nicht findet und den man auch nicht kennt. Somit kommt die Karte – mit dem Vermerk "unbekannt" versehen – an den Verein für Pilzkunde zurück. Da der Verein auf der Karte ein nettes Logo "eines Pilzsuchers samt Korb und Fachbuch" abgedruckt hat, entsteht nun ein amüsanter Beleg, den man für viele Gelegenheiten verwenden könnte: wohl am besten für ein Pilzexponat, für Giftpilze oder Pilzgifte. (cmb)


Dezember 2017 – Von der Liebe der Briefmarke

Joachim Ringelnatz schaffte skurrile Gedichte – man sagte ihm nach, er sei ein Schulrüpel ersten Ranges gewesen.

Ringelnatz beschäftigt sich in diesem Gedicht mit einer "verliebten" Briefmarke, die letztlich auf dem Brief auf Reisen gehen musste. Es handelt sich hier um eine Ganzsache [Wert in Form eines Eindruckes]. (cmb)


November 2017 – Bedarfspost

Mache ist das Gegenteil der Bedarfspost. Sie kann sehr schön gestaltet sein, aber sie unterscheidet sich von der Mache (gemachte Belege) dadurch, dass die Bedarfspost tatsächlich befördert wurde, sie dient einer Mitteilung (Karte oder Brief) und sie ist portogerecht frankiert. 

Die drei Kriterien treffen auf diesen Umschlag zu – er ist zudem noch sehr dekorativ bedruckt. ist aber keine Ganzsache, in die der Wert eingedruckt wäre. (cmb)


Oktober 2017 – Absender-Freistempel

Geschäftspost wird oft mit einem Freistempel "frei" gemacht. in diesen Stempel können auch Bilder, Logo, Adresse etc. mit eingebaut werden. Man nennt den Stempel dann Absender-Freistempel.

Freistempel beinhalten zumindest Datum, Währung und Nation; er kann – wie hier mit Logo, Postleitzahl, Ort und Anschrift erweitert werden. (cmb)


September 2017 – Wiegemesserstempel (bo4z)

Das Kleine Walsertal (vulgo Kleinwalsertal) ist mit dem Auto nur über Deutschland erreichbar. Allerdings kam man dort nicht in den Genuss günstiger Treibstoffpreise, und seit 1995 gehören Deutschland und Österreich zum gleichen Wirtschaftsraum und somit sind alle Zollschranken gefallen. Postalisch allerdings gibt es Sondertarife, allerdings seit die Leute kaum mehrr Briefe schreiben, ist auch dieser Vorteil obsolet. Allerdings kann man sowohl nach Deutschland und Österreich zum Inlandstarif Briefe versenden, so man dies will. Die Postämter verfügen über deutsche und österreichische Stempel.

Links sehen wir einen sogenannten Wiegemesserstempel, der im Kleinen Walsertal verwendet wurde, um dem Postkunden kund zu tun, dass seine Post zu einem Sondertarif befördert wird. Bei der gängigen Benennung von Poststempeln hilft das Buch von Goedicke & Werdermann (2016) über "Die Bezeichnung der Poststempelformen".  (cmb)


August 2017 – Francotyp Stammkarte

Werbung, das erkannten die Firmen rasch, ist wichtig – und Werbung kann man auch über Poststempel betreiben. Die bekannteste Firma für die Herstellung von Werbestempel für die Freimachung eines Briefes ist die Firma Francotyp, die ihrerseits natürlich ein Inventar ihrer Kunden mittels "Stammkarte" angelegt hatte.

Stammkarten beinhalten alle für Francotyp wichtigen Informationen über den zum Beispiel für die Firma Theodor Schröder in Lübeck angefertigten Absenderfreistempel. (cmb)


Juli 2017 –  Publibel

Im Jahre 1933 kam irgend ein Jemand auf die Idee, dass man Werbe-Ganzsachen verkaufen könnte. Die Agence Publicité de Belge Postale brachte bis 1984 etwa 3.000 verschiedene Karten heraus, der Erlös wurde wohltätigen Zwecken zugeführt. 

 Die ersten etwa zweihundert Karten bekamen keine Nummern, später wurden sie nummeriert, ab der Nummer 2225 kamen noch Buchstabenkürzel für Niederländisch, Französisch und ein "A" für deutsch hinzu. (cmb)


Juni 2017 – Block

Ein Block ist mindestens eine Briefmarke mit Papier rundherum – so könnte man es mit einfachen Worten beschreiben. Für diese Art von philatelistischen Belegen gibt es natürlich zahllose Beispiele. Manche Postverwaltungen geben eine Vielzahl von Blöcken heraus und wer sich eine exotische Block-Sammlung zulegen will, muss schon beim Nominale mitunter tief in die Tasche greifen.

Gut verborgen in den französischen Bergen des Departement Isère liegt das Mutterkloster des Kartäuserordens, dessen Gründung auf das Jahr 1084 zurückgeht. La Grande Chartreuse ist übrigens der Typenfundort zahlreicher Schneckenarten. Die Mönche wollen durch Schweigen und in Einsamkeit zu Gott finden. (cmb)


Mai 2017 – Markierung von Briefen = Zielcode

Um die Sortierung und Zustellung von Briefen zu vereinfachen, werden sie markiert.  Dies kann mit verschieden hohen Strichcodes (etwa USA) mittels Nadeldrucker, mit einem fluorizierenden Code (etwa Deutschland) oder per QR-Code erfolgen. Für die Decodierung hat der Bund Deutscher Philatelisten eine Seite gestaltet. 

Dieser innerhalb der Schweiz freigemachte und zuzustellende Brief ist mit einem fluoreszierenden Strichcode versehen. So können etwa 36.000 bis 70.000 Briefe stündlich sortiert werden. (cmb)


April 2017 – Mühlradstempel

Nur die Bayern haben ihn 1850 erfunden: den Mühlradstempel. Ob das eine Idee beim Post-Bierstammtisch war, liess sich nicht eruieren. Die Sache ist jedenfalls gelungen – zur Freude der Philatelisten, die sich auf die Mühlrad-Stempel spezialisiert haben, denn jeder Nummer ist ein Postamt zugeordnet.

        

Bei dem abgebildeten Exemplar handelt es sich um die "Bayern-9-Kreuzer-Marke", die mit einem "geschlossenen" Mühlradstempel (No. 135 = Hof) entwertet wurde. 1856 kam es zu einer Nummern-Reform und zu einem Ziffern-Durcheinander, denn die Nummern wurden neu verteilt und "offene" Mühlradstempel eingesetzt [solche Ideen dürften Auswüchse nach Alkoholexzessen gewesen sein]. Heute gibt eine Stempeldatenbank darüber Auskunft. (cmb)


März 2017 – thematische Philatelie

Wem Ländersammlungen oder das Sammeln von speziellen Motiven auf Marken zu langweilig erscheint, kann sich mit der thematischen Philatelie befassen. Dabei wählt man ein Thema und gestaltet innerhalb des Themas eine kleine Sammlung von philatelistischen Belegen, die der Reihe nach betrachtet eine kurze oder lange Geschichte erzählen. Will man an Wettbewerben teilnehmen, muss man sich an Regeln halten, die beim jeweiligen Veranstalter zu erfragen sind. 

Dieser Beleg aus dem Jahre 1943 zeigt Galileo Galilei in Rom, der Brief wurde in Rom freigemacht und er wurde zensuriert. Deshalb wurde er in mein Exponat über das Leben und den Mord an René Descartes eingebaut. (cmb)


Februar 2017 – Hildburghausen alias Schildburghausen

Die Stadt liegt im fränkischen Süden des Bundeslandes Thüringen. 1807 reiste eine tiefverschleierte Dame an und stieg in Begleitung eines Herren im Gasthaus zum Englischen Hof ab; sie blieb drei Jahre, ohne dass ihre Identität geklärt werden konnte. Nach drei Jahren zog sie in eine benachbarte Gemeinde Eishausen, wo sie 1837 starb und in Hildburghausen begraben wurde. Um sie entstand der Roman "Der Dunkelgraf", ihr Grab wurde 2013 geöffnet, um per DNA eine Verwandtschaft mit Ludwig XVI. zu klären…       

Diesen Beleg habe ich in meiner Geschichte "Die September-Verschwörung" verwendet, um darzustellen, dass sich rund um die versuchte Einbürgerung Hitlers in den früher 1930er-Jahren in Hildburghausen, Hitler sollte dort "nur" Kriminal-Kommissar werden, eine bemerkenswerte Geschichte zutrug: Hitler wurde als Zeuge vorgeladen und musste aussagen, wie es zu diesem unlauteren Versuch der Einbürgerung kam. Dabei wurde Hitler mit Fragen durch den Ausschussvorsitzenden Hermann Brill so bombardiert, dass Hitler in Rage geriet und sich seine Begleiter Hess, Goebbels und andere wie eine ungezogen randalierende Schulklasse verhielt, und Goebbels zur Demostration auf seinen Stuhl stieg. Bei der Klärung der Perfins (Löcher zur Kennzeichnung in Marken) half mir die Arge Lochungen. (cmb)


 

Exponate – Exhibits

Naturwissenschaftliche Exponate – Natural History   

Historische Exponate – Political History

Fast historische Exponate – Fiction?

  

             

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