Weltpolitik im November

Es muss jetzt einfach einmal gesagt werden, dass unsere Medien nicht informieren sondern deformieren. Sie hetzen, sie erzählen Halbwahrheiten und unterschlagen, was ihnen nicht passt. Das hat mit einer Pandemie zu tun; nicht Corona, sondern Mediensterben. Der Kunde hat es längst überrissen, dass es genügend andere – kostenlose – Informationsquellen gibt. Die sind nicht besser oder schlechter, die schreiben mitunter nicht selber, sondern kupfern ab. Aber das tun die grossen Medienkonzerne ja auch: keine Bild ohne Zensur durch Reuters. Und die kleinen, die keine eigenen Reporter vor Ort mehr bezahlen können, lassen sich Handy-Fotos von ihren Lesern schicken. Die kommen dann ins Netz oder am nächsten Tag in den Druck – mit einem verkaufskräftigen Titel. Im Netz grinst [mein neues Wort dafür: Gagengrinsen] dann nebenbei eine halbnackte Dame, die wenn angeklickt, preisgibt bei welchem Modedesigner sie einkauft, all das, was sie derzeit nicht an hat. Oder sie erzählt vom Urlaub auf der Insel XY – wäre nicht Corona, würden ihr die Leser auf den Fersen bleiben; und welche Musik ihr gefällt, Musik soll nie fehlen. That’s business!

Was hat letzten und diesen Monat denn in den Medien gestanden? Zunächst eine Vorausschau auf die US-Präsidentschaftswahlen, wo dem Leser das Ergebnis eigentlich schon mitgeteilt wurde: Trump wird verlieren, Trump ist untragbar, Trump spinnt, Trump hetzt, Trump wiegelt auf – oder der andere, Biden wird gewinnen, Biden ist seriös, Biden wird der bessere US-Präsident sein. Nun ja, man kann Trump einen Hampelmann nennen, einer, der in den eigenen Sack arbeitet, einer, der Steuern hinterzieht, einer, der sich Geld von den Russen geben lässt. OK, welcher Politiker macht das nicht? So manches Kuvert bleibt ja in der Versenkung, was einer dem anderen zusteckt – aber das eine oder andere taucht auf, beim Kauf von Kriegsmaterial, bei der Bevorzugung von einem Medikament – das sind die illegalen Geldgeschenke, die Manche machen, um einem anderen und sich selbst das Leben zu versüssen, mit einem Bankkonto mit noch höherem Guthaben, vielleicht mit Puffbesuchen, vielleicht nur ein Urlaub. Dann gibt es aber noch die legalen Kanäle, man nennt sie schön Lobbyismus. Daran stösst sich die hohe Politik nicht; wer sich seine Meriten in der Landes-, Bundes-, Banken- oder Unternehmer-Politik verdient hat, der darf unter Umständen ins Europaparlament einziehen. Ganz offiziell müssen sie dann dort ihre Verbindungen bekannt geben, deren Interessen sie vertreten.

Deutschlands Politiker tun kund, dass sie froh sind, wenn sie Trump endlich los werden, der, der Nordstream II, Anwesenheit von Truppen in Europa, der China die Stirn bieten will. Dann stellen nur wenige Reporter die Frage, was denn nun Biden in diesen Fällen machen würde, weiss man da schon was, hat man Zusagen. Ja und dann kommt es heraus: nein – aber es kann ja nicht schlechter werden. Dabei vertritt auch Biden die US-Ölindustrie, seine Berater sind eng verflochten mit der Waffenindustrie, auch er will eine massive Beteiligung Deutschlands an den Militärausgaben, auch Biden liebt die Chinesen nicht. Um das zu untermauern bringt man einen kurzen Bericht über Putin, dessen Russland unbedingt Energie nach Europa liefern will, man interviewt einen Geschäftsinhaber in der Nähe der US-Kasernen, der ganz furchtbar jammert, dass wenn die Amis, die ja zu Freunden geworden seien, nun abziehen müssten – wegen Trump – ja wir hören es richtig, wegen Trump, dann bräche für ihn eine Welt zusammen, dann müsste er zusperren. Leute, wir Österreicher feiern immer noch unseren Nationalfeiertag an dem Tag, an dem Österreich seine Neutralität aus freien Stücken erklären durfte oder musste, wir sind froh, wenn keine Soldaten anderer Nationen bei uns sind, wenn keine Atomwaffen bei uns lagern, wenn von uns aus keine Drohnenkriege geführt werden, wie es die Amerikaner von Ramstein aus machen – und auch von Trum intensiviert wurden. Manche dieser Präsidenten bekommen zwar den Friedensnobelpreis, nebenher dürfen die der CIA aber anordnen, Personen zu entführen und in Afghanistan zu foltern. Da ist mir dann unser ehemaliger Bundeskanzler Leopold Figl zehn mal lieber als ein Bush, Obama oder Trump samt Biden, nein, samt allen, zusammen. Dass sich Leute freuen, dass sie mit den US-Soldaten gut auskommen ist doch schön; ja, aber wozu gibt es Soldaten? Doch nicht aus Jux und Tollerei. Der Schachzug ist klar: auf nach Polen, näher an Russland, denn die Kapitalisten wollen Russlands Rohstoffe, koste es Menschenleben so viel es wolle. Man frägt sich wirklich, ob der deutsche Politiker so dumm ist, dass er an Jux und Tollerei glaubt.

Diese Hetze, die hier gegen Trump betrieben wird, kann man analog in der Geschichte immer wieder finden. Und wir können nach allen Gesichtspunkten prüfen, wir finden immer wieder Macht und Geld, weswegen irgendwo Menschen Leid erfahren müssen. Dabei beginnt diese Hetze im Kleinen, in der Familie und Firmen, in Gemeinden und Städten, Ländern und Staaten. Wir erinnern uns: nach der Thüringen-Wahl und den Blumenstrauss am Boden: die Linken-Landeschefin wollte die Wahl so nicht hinnehmen. Wenn politische Evolution, die Politik der kleinen Schritte, durch Revolution ersetzt wird, dann gibt das „böses Blut“ und daran anschliessend kann es vorkommen, dass richtiges Blut fliesst. Man hetzt einfach solange, bis Familien oder Firmen sich auflösen, eine Politik in Kommunen nicht mehr möglich ist. Auch hier erkennen wir das Ziel: Geld oder Macht oder beides. – Viele Scheidungen haben massiven Einfluss auf unsere Gesellschaft, denn unsere Gesellschaft lässt sich leichter regieren, wenn sie zerstritten ist, die Hetze kommt dann wesentlich besser an, weil sich die Leute vertreten oder zumindest verstanden fühlen.

Wenn wir uns die Industrialisierung ansehen, so hat sie Beispielwirkung, denn sie beeinflusst unsere Gesellschaft massiv. Mit der Erfindung der Dampfmaschine konnte rascher produziert werden, mit Erfindung der Elektrizität konnte das auch nachts gemacht werden. Kleidung braucht jeder Mensch, also macht es Sinn zB zu weben; erst mit Handwebstühlen, dann mit nicht mehr von Menschenhand betriebenen, auch nächtens. Nur muss man den Menschen so viel Wohlstand zugestehen, dass diese Produkte auch gekauft werden können. Es kommt aber in der Gesellschaft zu Umformungen: die Bauern wollen ein Einkommen, auch ohne einen krummen Buckel von der Arbeit auf den Feldern zu bekommen. Fabriksarbeit war Männersache, bis auch die Frauen entdeckten, dass ihr persönlicher Wohlstand auch Unabhängigkeit bedeuten kann. Doch wer sät und erntet noch, wer erzieht die Kinder? Es wundert mich, dass die Spiele-Industrie nicht schon lange ein solches „Gesellschaftsspiel“ im wahren Sinne des Wortes erfunden hat. Jeder bekommt zwei Männlein und zwei Weiblein, ein Feld, und ein Schwein. Und daraus soll eine „Gesellschaft“ aufgebaut werden, wo alle Nahrung, Arbeit, Freizeit, sprich Wohlstand und Zufriedenheit erwerben können. Man muss würfeln und darf Karten ziehen, muss Krankheit, Streiks und Langeweile überstehen. Der Vorteil des einen, wird zum Nachteil des anderen. Doch im Spiel muss jeder nur an den Vorteil des Anderen denken, ihm gleiche Chancen geben. Jeder soll darin auf seine Weise glücklich werden, allerdings ist auch jeder selbst seines Glückes Schmied. Im Spiel ein Leben leben….

… meint „der Brandstetter“

Tage nach der Berichterstattung zur Wahl kam Monitor im TV

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