Wintermücken

© Daniela Vogt Weisenhorn

Mücken im Winter?

Ja, das gibt es! Es sind die Trichoceridae (Abb. 1) – Wintermücken, von denen es weltweit ca. 110 Arten gibt. Sie sind dunkelgrau gefärbt, ihr Körper ist schmal und lang (4-7 mm) und sie haben lange Flügel mit schwarzen Adern. Aufgrund ihrer langen Beinen ähneln sie kleinen Schnaken (Tipulidae). Viel mehr ist von diesen kleinen Mücken jedoch nicht bekannt, weder von was sie sich ernähren (sie haben verkümmerte Mundwerkzeuge), noch wie sie sich paaren. Sicher ist jedoch, dass sie für den Menschen harmlos sind und auf keinen Fall in der Lage sind, zu stechen (es sind keine Stechmücken).

Abb. 1: Wintermücke: Val di Fiemme, Trentino, 1.000m – Foto: Stefano Guermandi.

Dass sie tiefe Temperaturen tolerieren können, basiert auf dem Phänomen, dass eine glycerinähnliche Substanz in deren Körper das Durchfrieren und damit das Zerstören des Gewebes und deren Zellen – ähnlich einem Frostschutz – verhindert. Dies und auch ihre dunkle Färbung macht es ihnen möglich, schon bei Temperaturen knapp über Null Grad aktiv zu werden und auch Lebensräume von über 3.000 Meter zu besetzen. Also, wenn Sie beim Schifahren einen Schwarm kleiner schwarzer Mücken über dem Schnee im Sonnenlicht tanzen sehen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Männchen der Wintermücken, die einen Tanzschwarm bilden. Dabei erzeugen sie durch ihren Flügelschlag einen artcharakteristischen Summton, der das andere Geschlecht anlockt. Wie es danach weiter geht …….. ?

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