Bänderschnecken

© Clemens M. Brandstetter

Bänderschnecken (Gattung Cepaeagehören zu den Helicinen – sie sind häufig – und zumindest eine der vier Arten ist fast überall anzutreffen. So gibt es in meinem ungepfleten Garten immerhin zwei der vier mitteleuropäischen Arten: Cepaea hortensis (O.F. Müller 1774) ohne dunklen Mundsaum (Abb. 1) und C. nemoralis Linnaeus 1758 mit einem solchen (Abb. 2), beide Arten mit glatter, nicht gerippter Schale. Die beiden anderen Arten sind Cepaea vindobonensis (A. Férussac 1821) bekannt aus der Umgebung von Wien, südlich über Nordost-Italien bis zum Balkan – sie ist zum Unterschied zu den anderen Arten fein gerippt (Abb. 3). Die Wald- oder Berg-Bänderschnecke – Cepaea sylvatica (Draparnaud 1801) unterscheidet sich von den anderen Arten dadurch, dass die Bänder unterbrochen sind und die Schalenzeichnung teilweise fleckig wirkt (Abb. 4). Die Paarung dauert recht lange – ein besonderes Foto (Abb. 5) zeigt eine nicht eingezogene Spermatophore. 

Der deutsche Name – Bänderschnecke – kommt von den "Bändern", die das Gehäuse der Schnecken umfassen – in Italien werden sogar die Bänderschnecken in manchen Regionen gesammelt und wandern in den Kochtopf. Man findet sie von März bis Oktober in geeigneten Biotopen – in Gärten, Parks, Wiesen, Wäldern und an Waldrändern.

Abb. 1a: Cepaea hortensis – die Parkschnecke – Kopulation in meinem Garten 2010.

Abb. 1b: Cepaea hortensis – die Parkschnecke – Kopulation in meinem Garten 2014.

Abb. 2: Cepaea nemoralis – Hainbänderschnecke – die zweite Art in meinem Garten.

Abb. 3: Cepaea vindobonensis aus Süssenbrunn/Wien (Foto: © Wollfgang Fischer)

Abb. 4: Cepaea sylvatica –  (Hautes Alpes/Frankreich) – sie war sehr schüchtern.


Abb. 5: Nach der Paarung kann es passieren, dass eine Spermatophore nicht eingezogen wird oder werden kann. – Foto: Heidi Scharvogel


 

Literatur: 

Cadahía, L., Harl, J., Duda, M., Sattmann, H., Kruckenhauser, L., Fehér, Z., Zopp, L. and Haring, E. (2014): New data on the phylogeny of Ariantinae (Pulmonata, Helicidae) and the systematic position of Cylindrus obtusus based on nuclear and mitochondrial DNA marker sequences. – Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research, 52: 163–169. doi: 10.1111/jzs.12044

 

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