Status quo:
Nach fast drei Jahren Krieg hat der Gazastreifen eine Zerstörung erfahren, die von den Vereinten Nationen, der Weltbank und anderen internationalen Organisationen als historisch außergewöhnlich beschrieben wird. Rund drei Viertel des Wohnungsbestands sind zerstört oder beschädigt. Ein Großteil der Krankenhäuser, Schulen, Straßen, Wasser- und Abwassersysteme sowie der Energie- und Kommunikationsinfrastruktur ist ausgefallen oder schwer beschädigt. Der wirtschaftliche Zusammenbruch ist nahezu vollständig; der Wiederaufbau wird auf mehr als 70 Milliarden US-Dollar und einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren geschätzt.
Gleichzeitig bleibt die humanitäre Lage äußerst kritisch. Millionen Menschen sind auf internationale Hilfe angewiesen, während die Versorgung mit Nahrung, Trinkwasser und medizinischer Betreuung weiterhin unzureichend ist.
Militärische Unterstützung Israels
Israel verfügt über eine leistungsfähige eigene Rüstungsindustrie, ist bei wichtigen Waffensystemen jedoch auf Importe angewiesen.
Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI stammten im Zeitraum 2021–2025:
- etwa 68 % der importierten Großwaffen aus den USA,
- etwa 31 % aus Deutschland.
Die USA lieferten unter anderem moderne Kampfflugzeuge, Präzisionsmunition, Raketen und Ersatzteile. Deutschland stellte vor allem U-Boote, Korvetten, Torpedos sowie weitere militärische Ausrüstung bereit.
Politische Entwicklung
Ende Juli 2026 existiert ein neuer internationaler Friedensfahrplan, der einen schrittweisen israelischen Rückzug, die Entwaffnung der Hamas und eine neue palästinensische Übergangsverwaltung vorsieht. Ob dieser Plan umgesetzt werden kann, ist jedoch offen, da beide Seiten weiterhin unterschiedliche Voraussetzungen für ein dauerhaftes Ende des Krieges verlangen.
Gesamteinschätzung
Unabhängig von der politischen Bewertung des Konflikts besteht unter internationalen Organisationen weitgehend Einigkeit darüber, dass die materiellen Schäden im Gazastreifen ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht haben. Selbst bei einem sofortigen dauerhaften Frieden würden Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung viele Jahre, vermutlich sogar Jahrzehnte, in Anspruch nehmen. Gleichzeitig bleibt die politische Zukunft des Gebiets ungeklärt, sodass ungewiss ist, unter welchen Rahmenbedingungen dieser Wiederaufbau erfolgen könnte.
