Papst Leo XIV. hat im April 2026 sinngemäß geäußert, dass die Welt von einer „Handvoll Tyrannen“ verwüstet wird – bereits im Mai 2025 betonte Leo XIV., dass man nicht einerseits Christ und andererseits Politiker sein kann. Er erklärte: „Es gibt nicht auf der einen Seite den Politiker und auf der anderen Seite den Christen“, sondern forderte, dass Politiker ihre Verantwortung „unter dem Blick Gottes und seines Gewissens“ christlich leben.
Er kritisierte eine Politik, die Erfüllung nur in materiellen Reichtum oder technologischer Bequemlichkeit sieht, und forderte eine „Politik und eine Wirtschaft der Hoffnung“, in der Macht durch das Gewissen gezügelt wird.
Leo XIV. definierte Frieden als „Bündnis“ und „gemeinsame Verpflichtung“ und forderte Politiker auf, den „Krieg, den die Menschheit gegen sich selbst führt“ – etwa durch Ausgrenzung von Armen und Gleichgültigkeit gegenüber Geflüchteten – zu beenden.
Allerdings erwarte ich vom Papst auch eine Aufklärung all der Missbrauchsanschuldigungen innerhalb der Katholischen Kirche, eine Verurteilung der Täter und eine materielle Entschädigung für die Opfer. Tut er es nicht, wird er unglaubwürdig mit all seinen Forderungen an die Politiker.
Er kann dabei auf Daten einer privaten US-Datenbank zurückgreifen. BishopAccountability.org ist ein unabhängiges Online-Archiv, das weltweit Dokumente, Daten und Berichte zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche sammelt und öffentlich zugänglich macht, um strukturelle Verantwortung nachvollziehbar zu machen.
Sein Vorgänger, Papa Ratzinger (Benedikt XVI.), tat es jedenfalls nicht. Der Vatikan war anhand interner Dokumente weltweit über Missbrauch informiert, verwaltete gemeldete Fälle systematisch – und vertuschte.
Leo XIV. hat viel Arbeit vor sich und es ist zu hoffen, dass er sie auch erledigt. Ansonsten bleibt die Katholische Kirche für viele weiterhin unglaubwürdig – meint…
…der Brandstetter

