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© Clemens M. Brandstetter

Wer mich kennt, weiss, wie gerne ich Anglizismen habe. Dennoch lasse ich mich hinreissen zwei Worte zu verwenden, die man etwa als "Neuigkeiten zum Kotzen" übersetzen könnte. Naja, English for Runaways…

Es geht einmal mehr um etwas Besonderes: ums Geld: Was hat aber Geld mit Wirbellosen oder gar mit Forschung zu tun? Ganz einfach: wo ka Geld, da ka Musi – zu deutsch: wo kein Geld, da keine Forschung. Ausgenommen natürlich, die der Hobbyforscher, die kostet ja nichts und so meinen manche, die sei auch nichts wert. Dabei wird der Betrieb an Museen oft nur durch kostenlos arbeitende Arbeitsgruppen am Leben erhalten. Die schauen dazu, dass die Präparate ordentlich versorgt sind, dass keine Museumskäfer in die Sammlungen kommen – oder Staubläuse. Der Verfasser dieser Worte meint aber, dass die Parlamentarier gefährlicher sind als die Museumskäfer. Denn die entziehen den Museen und anderen Forschungseinrichtungen das Geld, um wichtigere Dinge zu finanzieren. Aber gibt es Wichtigeres als Forschung? Es mag sein, dass die Neubeschreibung einer Tierart, die 3 mm gross nur auf bestimmten Bäumen in Zentralafkrika lebt, nicht unbedingt für das Fortbestehen unserer Art, ich meine die des Homo sapiens, wichtig ist. Aber irgandwann hat dieser Wissende seinen Namen bekommen – aber wir wissen, dass wir Nichts wissen. Sprich, manche wissen das. Der grosse Rest weiss es besser.

Mehrheiten bestimmen in der Demokratie, beeinflusst und manipuliert wird das durch Lobbyisten – anders gesagt, in der Demokratie kann jeder wählen, was er will, es ändert sich nichts. Andere Regierungsformen lassen die Wahl nicht zu, oder das Ergebnis steht schon fest, bevor gewählt wird. Churchill war ein wissend Unwissender, denn er meinte, dass die Demokratie die schlechteste Regierungsform sei und er frug im gleichen Atemzug: aber nennt mir eine bessere. Man könnte da noch viel dazu schreiben, da wäre mitunter dann der Wirbel los. Und somit haben wir wieder die Brücke zu unseren Seiten geschlagen, allerdings werden manche fragen; was lamentiert der Kerl da herum und kommt nicht zum Kotzen.

Langsam: wir wollen uns herantasten wie eine Feder weit hinten im Hals. Geld ist in aller Munde, die einen prophezeihen nur mehr eine kurze Lebensdauer des ganzen Systems, andere sprechen permanent vom Umverteilen, wieder andere haben keines, und eine Minderheit weiss nicht, was sie noch alles mit dem Geld anstellen könnte, das sie hat. Jedenfalls wollen die nichts anstellen, das mit Forschung etwas zu tun haben könnte. Forschung bedeutet ja Vermehrung von Wissen. Wissensvermehrung ist aber nicht im Interesse dieser Minderheit. Die setzen lieber auf Brot und Spiele und sehen uns gerne eingelullt.

Jetzt stelle man sich vor, es gäbe etwas, das die Leute interessiert – etwa Geld – und die würden zuhören und verstehen, was der Vortragende sagt. Etwa zum Thema, dass für Verschiedene(s) kein Geld da ist. Wie könnte man es besser machen als im Kabarett? Man stelle sich vor, der Herr Professor an der Universität für Welthandel würde sagen: liebe Studenten, heute lasse ich dozieren, ich führe Kabarett vor. Oder der Bankbeamte, der uns zugehört hat, warum und wieso wir Geld brauchen, würde sagen: Moment, schauen Sie sich das Kabarett in Ruhe an, dann reden wir weiter. Oder in einer politischen Werbesendung würde ein Politiker sagen, dass er nichts zu sagen hat, aber einen kleinen Film abspielen werde, damit sich die unwissenden Leute bilden und leichter entscheiden können – da käme doch den meisten das Kotzen… 

Das lustige an einem Kabarett ist aber, dass die Leute lachen können. Früher, als wir noch wackere, krisenfreie und konservative Regierungen hatten, da war es leicht, Spott zu verbreiten; man musste nur etwas linkslastige Dinge sagen – und schon lachten die Leute. Als europaweit die Regierungen Richtung links abzudriften begannen, meist mit einem kleinen Grünruck geschmückt, da taten sich die Kabarettisten, die Verarscher und Clowns schon schwerer, denn über was sollte man sich noch lustig machen? All das, was lustig war, hatte man herbeigewählt. Heute geht es wieder leichter – wir sind nicht mehr krisenfrei, die Regierungen nicht mehr konservativ, und die Kabarettisten wären defacto arbeitslos. Wären da nicht wir, wir die Wissenden und Unwissenden, und dort der Kabarettist, der sich letztlich nur mehr über uns, die wir alle in irgend einer Krise stecken, lustig machen kann, über uns TV- und Zeitungsgeschädigte, wir, die wir keine Bücher mehr zu Hause haben, denn es gibt ja Computer, wir, die verblöden, weil wir nicht mehr denken müssen, wir können alles Wissen der Welt googeln, wir müssen nicht mehr rechnen können, denn dafür gibt es Maschinen und Händies, mit denen wir ja zudem noch mit anderen reden können, ohne ihnen in die Augen sehen zu müssen. Jetzt tut sich der Kabarettist leicht, er muss uns nur den Spiegel vors Gesicht halten – und was tun wir? Wir lachen, wir müssen lachen – und das ausschliesslich über uns selbst. Machen Sie mit mir das Experiment, sehen Sie den kleinen Film mit Volker Pispers an, und lachen Sie nur, wenn es wirklich lustig ist (Dauer 36 min. exkl. Pause)….    

                 

 

  

 

 

 

 

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