Wahrheit

Eigentlich ist die Wahrheit, lat. veritas, etwas Philosophisches – dennoch hat sie mit der Wissenschaft viel zu tun. Denn in der Wissenschaft sollte die Wahrheit immer und überall Vorrang haben, vor allem bei Publikationen. Öfters werden aber Halbwahrheiten publiziert, damit sich ein Autor in den Mittelpunkt stellen kann. Das hat dann etwas mit dessen Karriere zu tun und nicht mit dem Mitteilen einer Neuigkeit für die Wissenschaft. Manchesmal gibt es Paralleles nicht zur Lügenpresse, sondern zur Lückenpresse: Man lässt dann einfach etwas weg, weil nur Vorteile, Positives, Wirkendes sich eben besser macht, als das Publizieren von Nebenwirkungen. Wobei, und das soll nicht verheimlicht werden, es gibt auch Betrüger unter den Wissenschaftlern.

Im Zuge meines Literatur- und Internetstudiums zu meinem Exponat "Der Ustica-Anschlag" bin ich auf Vieles gestossen, das mit Wahrheit nichts zu tun hat. Hier wurde der Wahrheit immer wieder zum Durchbruch verholfen, einer Wahrheit, die wahrscheinlich so nie existierte. Die Indizien sprechen gegen die Täter – Beweise in Form von Zeugenaussagen gab es nie – zumindest nicht vor Gericht, denn Zeugen wurden daran gehindert auszusagen – Mord, Unfälle, Krankheit waren da an der Tagesordnung der Geheimdienste, Militärs und Politiker. Wer aussagen wollte oder sollte, starb unvermittelt und die Vorladungen der Gerichte gingen ins Leere – Tote dürfen bekanntlich nicht aussagen. Sie sind aber Marksteine in einer Indizienkette. Dass  Verbrechern, Geheimdiesnsten, Militärs und Politikern ein Menchenleben nicht wirklich wichtig ist, wenn sie ihre Interessen durchsetzen wollen, ist bekannt. All das ist sehr lange her, obwohl erst 2013 stellte man fest, dass die Blackbox der DC-9 des Itavia-Flugs-870 nicht mehr auffindbar ist – ein Indiz mehr, dass seit den 1980er-Jahren vertuscht werden sollte und wurde. 

Zeitnaher ist da schon der Absturz am 17.7.2014 der MH-17, eine Boing 777, mit 298 Menschen an Bord, über dem zwischen der Ukraine und Russland umkämpften Gebiet des Donezbeckens, kurz Donbas oder Donbass genannt. Ich will da nicht darüber lamentieren, wer in dieser Auseinandersetzung recht hat. Der Begriff Krieg wird ja in diesem Zusammenhang von der einen oder anderen Seite vermieden, weil man halt gerne mit Lücken arbeitet, weil etwas besser klingen muss, wenn man als Politiker eine Erklärung abgibt. Aber darum geht es nun nicht. Es geht um das Leid der Zivilbevölkerung, das durch Militärs, Politiker, Geheimdienste, Söldner verbreitet wird. Und es geht vor allem um einen Personenkreis, nämlich Besatzung und Passagiere des Fluges Malaysia-Airlines 17. Sie waren in Amsterdam gestartet und über Deutschland, Polen und die Ukraine geflogen – Ziel: Kuala Lumpur. Über dem Kriegsgebiet wurde dieses Flugzeug entweder mit einer BUK-M1-Flugabwehrrakete oder von einem Kampfflugzeug Suchoi Su-25 abgeschossen.

Die Ermittlungen sind mittlerweile abgeschlossen – allein die Täter sind nicht 100%ig bekannt und zahlreiche Versionen kursieren im Internet – etwa auf Wikipedia – aber kommen wir damit weiter in unseren Erkenntnissen? Weil Andere zu anderen Schuldigen führen, müssen wir misstrauisch werden. Oft hilft die Frage "cui bono?" zu Deutsch "wem nützt's?" – naja, und dann können wir uns eventuell ein Urteil bilden, was in diesem Fall die gesuchte Wahrheit ist…

meint "Der Brandstetter"                          

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